Bestattung fehlgeborener Kinder

Das Grabfeld befindet sich auf dem Nordfriedhof an der Franz-Bracht-Str.

Sie finden den Weg dorthin, wenn Sie vom Haupteingang aus (Torbogen) dem rechten Hauptweg immer in nördlicher Richtung folgen, um das Kriegsgräberfeld herum, links vorbei an den Grabstellen für Priester (großes Steinkreuz) und für die Ordensschwestern. Etwa 50 Meter weiter erreichen Sie das Grabfeld.

Abschiedsfeier und Bestattung

In den letzten Jahren sind auf vielen Friedhöfen bundesweit Grabflächen für fehlgeborene Kinder entstanden. Immer mehr Menschen haben erkannt, wie wichtig es für die betroffenen Frauen und Familien ist, dass es auch für die frühesten Anfänge von Leben einen Ort des Abschieds und der Erinnerung gibt. Dort können sie ihrer Trauer und ihren Gedanken Raum geben, wenn die Schwangerschaft ein abruptes Ende gefunden hat. Mit Beginn des Jahres 2003 haben die Recklinghäuser Frauenkliniken des Prosper-Hospitals und des Knappschaftskrankenhauses in Kooperation mit der Stadt Recklinghausen das Grabfeld der fehlgeborenen Kinder auf dem Nordfriedhof errichtet. Vierteljährlich, jeweils am letzten Dienstag der Monate Februar, Mai, August und November, finden dort mit Unterstützung des Bestattungsinstitutes Konert die Abschiedsfeiern

Mit der Einrichtung eines Kindergrabfeldes in unserer Stadt ist ein Ort des Gedenkens geschaffen worden, der den Betroffenen auf ihrem Weg der Trauer helfen soll, ihren Verlust zu ertragen und zu verarbeiten. Mit der Einladung zur gemeinsamen Abschiedsfeier möchten wir unsere Verbundenheit ausdrücken.

Ich wünsche dir, das alle deine Traurigkeiten nicht vergeblich sind,
sondern dass du aus der Berührung mit deinen Tiefen
auch Freude wieder neu erleben kannst.
Irischer Segenswunsch

 

Abschiedsfeier und (anonyme Sammel-) Bestattung der
fehlgeborenen Kinder der Recklinghäuser Frauenkliniken
am Grabfeld auf dem Nordfriedhof

Treffpunkt: jeweils um 14.00 Uhr an der Trauerhalle
an jedem letzten Dienstag in den Monaten:
Februar, Mai, August, November 
BITTE KASTEN EINFÜGEN!!!

Zum Gedenkstein

Auf dem Grabfeld steht ein Gedenkstein (s. Abbildung Vorderseite), ein Basaltkegel aus einem Steinbruch in der Türkei, der diesem Ort der Trauer einen augenfälligen Mittelpunkt gibt. Er ist im Wesentlichen unbehandelt, nur eine Seite im oberen Drittel ist bildhauerisch gestaltet. Als Basaltstein ist er im Kern schwarz; größere Außenflächen sind durch Eisenablagerungen in unterschiedlichen Brauntönen gefärbt. In seiner natürlichen Schönheit wirkt der Stein außerordentlich lebendig. So symbolisiert er die Hoffnung, die wir für die an diesem Ort begrabenen Menschen haben: Sie, deren irdisches Leben schon zu Ende war, ehe es richtig begonnen hatte, gehen unverlierbarem Leben entgegen.

Die bildhauerische Darstellung wirkt durch ihre Schlichtheit. Sie erschließ tsich dem Betrachter allerdings erst dann in ihrer Bedeutungstiefe, wenn er sie 'umgeht': Zu sehen ist eine sich öffnende (geöffnete) Tür, die den Blick auf eine blaugoldene Kreisfigur vor nachtblauem Hintergrund freigibt.

Diese Darstellung lässt eine Vielzahl von Deutungsmöglichkeiten zu. Sie mag an einen Planeten erinnern, der sich schwerelos im Kosmos bewegt. Im Hinblick auf die Menschlein auf diesem Grabfeld mag man dieses Bild als symbolhaften Ausdruck von Hoffnung sehen, - der Hoffnung, dass sich diese Leben, die hier nicht zur Entfaltung kommen konnten, nun nach ihrem Tod in der Weite und Freiheit des grenzenlosen Gottes vollenden werden.

Grundsätzlich lädt der Stein dazu ein, die Tür als eine für alle menschlichen Wesen geöffnete 'Tür zum Leben' zu verstehen. Ob dem Betrachter (d.h. dem Zurückgebliebenen) sich dieses Hoffnungspotential in seiner vollen Kraft erschließt, das hängt vom jeweiligen Standpunkt und von der Bereitschaft ab, sich 'auf den Weg zu machen'. Denn in der Bewegung verändert sich die Perspektive, so wie sich beim Um-Gehen des Steines der Öffnungsgrad der Tür verändert.

Vielleicht werden Sie anderes in diesen Stein 'hineinsehen'. Am besten machen Sie sich dazu selbst einmal auf den Weg zum Grabfeld und entdecken Sie Ihren persönlichen Zugang im Um-Gang.

Das Grabfeld befindet sich auf dem Nordfriedhof an der Franz-Bracht-Str. Sie finden den Weg dorthin, wenn Sie vom Haupteingang aus (Torbogen) dem rechten Hauptweg immer in nördlicher Richtung folgen, um das Kriegsgräberfeld herum, links vorbei an den Grabstellen für Priester (großes Steinkreuz) und für die Ordensschwestern. Etwa 50 Meter weiter erreichen Sie das Grabfeld.

Bitte haben Sie Verständnis, dass eine individuelle Gestaltung des anonymen Grabfeldes nicht möglich ist, und dass der Blumenschmuck und abgelegte Gegenstände regelmäßig entfernt werden müssen.