Carpaltunnel-Syndrom

Man wird nachts wach und spürt einheftiges Kribbeln in der Hand. Die Handfühlt sich dick und taub an undschmerzt stark. So oder so ähnlich gehtes etwa einer Million Patienten inDeutschland, die vom Carpaltunnel-Syndrom betroffen sind. Der Grund fürdie Störungen in der Hand ist eineNerveneinengung. Wird das Syndrom zuspät erkannt, kann es zu dauerhaftenSchädigungen kommen.

Das Carpaltunnel-Syndrom ist eine Beeinträchtigung des Medianusnervs, derauf der Höhe des Handgelenkes durcheinen engen Kanal an der Handgelenkinnenseite läuft. Er teilt sich dort den Platz mit mehreren Sehnen, mit denen wir unsere Finger bewegen können, und anderen Handnerven. Kommt es jetzt zu einer Verdickung einer der Sehnen, beispielsweise durch eine Sehnenscheidenentzündung, wird der Medianusnerv eingeengt. Die Folge sind Taubheit, starkes Kribbeln und Schmerzen, die besonders stark in der Nacht sind. Aber auch Störungen im Ellenbogen oder Oberarmbereich können diese Beschwerden auslösen. Viele Patienten kommen mit ähnlichen Beschwerden zu uns, wie sie beim klassischen „Tennisarm“auftreten. Und auch im Fußbereich kommtes zu solchen Einengungen von Nerven, die dann wieder ähnliche Beschwerden auslösen.

Wenn man zu lange wertet, bis man ein Carpaltunnel-Syndrom oder andere Nervenstörungen an der Hand oder dem Fuß behandeln lässt, können dauerhafte Schäden wie Taubheit oder sogar Ausfälle in der Motorik auftreten. Zuerst sollten Betroffene ihren Hausarzt aufsuchen. Der wird, wenn die Beschwerden auf eine Nerveneinengung hinweisen, den Patienten zum Handchirurgen oder Neurologen überweisen. Im Übrigen behandelt der Handchirurg auch die Probleme im Fußbereich.

Wird eine Enge erkannt, gibt es je nach Fortschritt und Schweregrad verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Zunächst können entzündungshemmende Mittel, eine einfache Schonung oder eine vorübergehende Ruhigstellung der Hand bzw. des Fußes Linderung bringen. Stellt sich nach diesen Anwendungen jedoch keine Besserung ein bzw. treten die Beschwerden nach Abheilung bei Belastung erneut auf, muss die Enge operativ behoben werden. Dies kann sogar durch die sogenannte "Schlüssellochtechnik" minimal-invasiv mit einem Endoskop erfolgen.

In der Regel sind es eher kleinere Eingriffe, die dann nötig sind. Die Patienten können überwiegend sogar schon kurz nach der Operation die Hand wieder einsetzten.

Lediglich eine dreiwöchige Schonung ist notwendig. Wenn die Verengung allerdings sehr weit fortgeschritten war, kann eine Ruhigstellung im Gips von bis zu zehn Tagen erforderlich sein.

Die Ursachen für Nerveneinengungen sind sehr vielfältig: vermehrtes Sehnenhüllgewebe, ein Tumor, eine Gefäßanomalie, sehnenähnliche Züge an Durchtrittstellen, eine Reizung oder Schwellung.

Die Erfolgsaussichten bei einem operativen Eingriff sind unserer Erfahrung nach sehr gut, wenn nicht zu spät operiert wird. Für eine vollständige Wiederherstellung ist der richtige Zeitpunkt, bevor dauerhafte Schädigungen entstehen, nicht zu verpassen.