Bereits seit dreißig Jahren kommen minimalinvasive Operationstechniken in der Gynäkologie zum Einsatz. Dennoch beschränkt sich deren Anwendungsgebiet bis heute zum größten Teil auf das Standardspektrum frauenärztlicher Eingriffe.
Bei den meisten komplizierten Operationen müssen die Ärzte das oft mit starken Schmerzen und problematischen Folgeschäden verbundene Standardverfahren anwenden – den Bauchschnitt.
Dr. Maria Siegert-Terzaki, Chefärztin der Frauenklinik im Prosper-Hospital, möchte das ändern. Ihre Klinik gehört zu den wenigen Pionieren, die in Kürze gynäkologische Operationen computergestützt durchführen. „Der Einsatz des Da Vinci-Systems in der Gynäkologie verbindet die Vorteile der Schlüssellochoperation mit der präzisen Funktion eines Computers“, erläutert Dr. Siegert-Terzaki.
Die hochauflösende 3D-Darstellung und Instrumente mit hohen Freiheitsgraden ermöglichen den Ärzten eine direkte Augen-Hand-Koordination. Instrumente lassen sich auf diese Weise sehr präzise steuern, so dass auch komplexe gynäkologische Eingriffe minimalinvasiv durchgeführt werden können. So lassen sich umfangreiche Eingriffe, wie beispielsweise eine Entfernung der Gebärmutter und anliegender Lymphknoten bei Gebärmutterhalskrebs, wesentlich schonender durchführen. Bislang war eine solche Operation stets mit hohen Belastungen für die Patientinnen verbunden. „Die Nerven der Harnblase und der Scheide werden geschont, so dass die Blasenfunktion und die Sexualität erhalten bleiben und trotzdem die onkologische Sicherheit gewahrt wird“, so Dr. Siegert-Terzaki. Neben anspruchsvollen Krebsoperationen möchte die Chefärztin das neue System vor allem bei Operationen einsetzen, bei denen besondere chirurgische Präzision wichtig ist. Dazu zählen neben den großen Karzinomoperationen komplexe Beckenbodenrekonstruktionen sowie Eingriffe an den Eileitern zur Refertilisierung der Patientin.