Digitale Röntgentechnik in der Urologie
Digitale Röntgentechnik bedeutet, dass man mit minimalster Strahlenintensität Röntgenuntersuchungen durchführen kann. Dieses ist besonders wichtig bei Kindern und jungen Frauen, da die Eierstöcke bzw. die Hoden sehr leicht im Strahlenfeld liegen. Die Strahlenbelastung ist für Patienten gegenüber herkömmlichen Röntgengeräten deutlich geringer. Darüber hinaus erhält der Urologe in dieser Röntgentechnik über die hochauflösende digitale Bildverstärkung gestochen scharfe detailreiche Bilder. Die digitale Röntgentechnik verbessert somit entscheidend die Diagnostik und Früherkennung von Erkrankungen im Urogenitalbereich. Darüber hinaus können digitale Bilder beliebig oft kopiert, nachbearbeitet, elektronisch archiviert und über Datenleitungen verlustfrei transportiert werden, d.h. der Austausch mit anderen Urologen ist mit gleicher Bildqualität jederzeit am Bildschirm möglich.
Bei einem Patienten, bei dem ein Nierenstau und/oder ein Blasenkarzinom besteht und bei dem der Tumor aus der Blase entfernt werden muss, kann in einem Arbeitsgang mit einer Narkose sowohl eine digitale retrograde Darstellung der Nieren bei erhöhtem Kreatininwert als auch die gleichzeitige Entfernung eines Blasentumors aus der Blase durchgeführt werden.
Weiterhin sind auf diesem digitalen Röntgenarbeitsplatz minimal-invasive Operationstechniken wie Ureterorenoskopie – Steinzertrümmerung mit einem Holmium-Laser – oder Steinentfernung unter Sicht mit Dormia-Körbchen mit geringstmöglicher Strahlung leicht durchzuführen.
Bei überaktiver Blase und bei Menschen mit Problemen, den Urin gut zu halten, kann in einer Untersuchung eine Video-Urodynamik, eine Zystomanometrie und ein Urethradruckprofil die Ursache der Kontinenz erkennen lassen und gleichzeitig die Blase und der obere Harntrakt mit Kontrastmittel dargestellt werden.
Darüber hinaus sind sonograpische Untersuchungen auf diesem Arbeitsplatz in hoher Qualität leicht möglich und die Bildgebung erfolgt so, dass der Patient, falls er keine Narkose hat, auch die Untersuchung jederzeit mitverfolgen kann.
Dieser digitale Röntgenarbeitsplatz ist ein besonders patientenorientierter Schwerpunkt des Prosper-Hospitals. Auf diesem können urologische, gynäkologische und proktologische Behandlungselemente kombiniert eingesetzt werden. Es kann z. B. bei einer Patientin mit einem Gebärmutterkrebs, der in die Blase eingebrochen ist oder der in den Enddarm eingebrochen ist, in einer Narkose eine urologische, gynäkologische und koloproktologische Abklärung der weiteren Vorgehensweise erreicht werden.
Bei Inkontinenz kann die Patientin sowohl vom Frauenarzt als auch vom Urologen untersucht werden ohne wesentliche Strahlenbelastung. Die verschiedenen Abteilungen sind untereinander digital im Krankenhaus vernetzt und die Bilder können gleichzeitig auf verschiedenen Arbeitsplätzen begutachtet werden.
Bei Steinerkrankungen können z. B. auf dem digitalen Röntgen-Arbeitsplatz ein Schlauch in die Niere eingelegt werden, so dass die Niere geschützt ist und der Patient kann dann auf einen der modernsten Steinzertrümmerungsarbeitsplätze verlegt werden und es kann in einer gleichen Sitzung Steine im Harnleiter oder in der Niere von außen oder von innen mit ESWL oder mit Ureterorenoskopie und Holmium-Laser zerstört und entfernt werden.
Somit bietet die urologische Klinik des Prosper-Hospitals als einzige urologische Abteilung in Recklinghausen und Umgebung die Möglichkeit eines digitalen Röntgen-Arbeitsplatzes mit sehr strahlenschonenden Untersuchungsverfahren.


