Gerade bei älteren Patienten, die unter Osteoporose leiden, d. h. Knochenschwund, kommt es häufig zu Einbrüchen der Wirbelkörper. Auch bei schweren Stürzen oder Unfällen ist die Wirbelsäule nicht selten verletzt. Bricht ein Wirbelkörper verursacht dies starke Schmerzen und zwingt die Patienten häufig zur absoluten Bettruhe oder einer stabilisierenden Operation. Die Therapie war bisher sehr langwierig und eine vollständige Funktionswiederherstellung bzw. Schmerzfreiheit konnte nicht immer hergestellt werden.
Seit etwa zwei Jahren stabilisieren wir im Prosper-Hospital die gebrochenen Wirbel mit dem Verfahren der sogenannten Vertebroplastie.
Hierbei werden die Wirbel mit Knochenzement aufgefüllt. Dabei können sowohl die Funktion der Wirbel wiederhergestellt als auch die Schmerzen der Patienten genommen werden. Doch gerade bei Osteoporose kommt es bei einem Wirbelbruch häufig dazu, dass der Wirbel zusammensackt.
Um den Bruch mit Zement stabilisieren zu können, wird in einem neuen Verfahren, der sogenannten Kyphoplastie, zunächst ein Ballon in den Wirbel eingeführt, der diesen aufrichtet.
Anschließend wird nach Entfernung des Ballons die Knochenhöhle dann mit Knochenzement gefüllt.
Das Verfahren ist durch die Schlüsselloch-Chirurgie, also minimal-invasiv, kein offenes Verfahren. Lediglich zwei Nadeln werden vom Rücken aus in den Wirbelkörper eingebracht. Durch das Wiederaufrichten wird im gebrochenen Wirbelkörper die normale Anatomie wieder hergestellt.
Ein weiterer großer Vorteil dieses Verfahrens ist, dass das Risiko für Nerven- und Rückenmarksverletzung erheblich gemindert wird.
Unmittelbar nach dem Eingriff ist bereits eine Mobilisation möglich. Dazu wird in Zusammenarbeit mit der Physiotherapie ein komplexes Programm zur Stärkung des Rückens erstellt. Die in der Regel sofortige Schmerzlinderung und rasche Mobilisierbarkeit verbessert die Lebensqualität der betroffenen Patienten erheblich.
Die Vertebroplastie und die Kyphoplastie sind keine konkurrierenden Verfahren, sondern ergänzen sich. Abhängig von der Wirbelkörperfraktur muss für jeden Patienten individuell ausgewählt werden, welches der beiden Verfahren das günstigere ist.