Mit „Nadeln“ gegen den Prostatakrebs

Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Die Prostata oder auch Vorsteherdrüse liegt zwischen Blase und Beckenboden. Sie bildet die Schnittstelle zwischen dem Harntrakt und dem Genitaltrakt des Mannes. Die Prostata dient als Drüse für die Versorgung der Samenzellen auf dem Weg zur Eizelle.

Ein wichtiger Faktor, um den Prostatakrebs feststellen zu können, ist die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens, der so genannte PSA-Wert. Dieser sollte unter 4 ng/ml liegen, um einen Prostata-Krebs ausschließen zu können. Liegt ein Wert zwischen 4 und 10 vor, wird eine Gewebeprobe entnommen, um eine sichere Diagnose stellen zu können. Bei einem PSA-Wert von über 10 muss in den meisten Fällen von einem Prostatakrebs ausgegangen werden. Die größten Heilungschancen bei einem Prostatakarzinom liegen bei einem PSA-Wert zwischen 4 und 10. Standardmäßig gilt eine komplette Entfernung der Prostata als sicherste Methode zur Bekämpfung des Krebses. Eine weitere Methode, die so genannte „Low-Dose-Brachytherapie, Jod 125“, hat ebenfalls sehr gute Heilungschancen bewiesen bei weniger Nebenwirkungen. Bei dieser Methode werden nur einige Millimeter große, radioaktiv geladene Metallnadeln, die fachsprachlichen „Seeds“, in die Prostata eingebracht. Diese bestrahlen die Vorsteherdrüse dann von innen heraus, ohne die Nachbarorgane oder die Haut zu schädigen. Insgesamt werden zwischen 30 und 50 Nadeln gleichmäßig über die ganze Prostata verteilt. Der Vorteil dieser Therapie ist, dass keine große Operation nötig ist und weder der Enddarm noch die Harnröhre verletzt werden. Der Eingriff wird unter Narkose mit Ultraschall- und Röntgenkontrolle durchgeführt und insgesamt ist nur ein drei bis vier Tage dauernder stationärer Aufenthalt nötig.

Der Patient liegt in Rückenlage, die Nadeln sind eingebracht. Die ferngesteuerte Strahlerquellewird über die Verbindungsstücke direkt in die Nadeln eingefahren. (Quelle: Takeda Pharma GmbH)              

Auf dem CT-Bild sind die radioaktiven Nadeln in der Prostata zu erkennen.

Auch die Erektionsfähigkeit kann in vielen Fällen erhalten werden. Ebenso ist das Risiko für eine Inkontinenz sehr gering. Liegt ein PSA-Wert höher als 10 vor, müssen vor der „Seeds“-Therapie die Lymphknoten entfernt werden. Die 10-Jahresüberlebensrate liegt bei der Methode bei mehr als 85 Prozent. Für die Brachytherapie mit Jod 125 gilt allerdings, dass sie nur bei Patienten, bei denen der Krebs noch weitgehend im Anfangsstadium ist, Heilungschancen bringt. Generell ist die Aussicht auf eine Heilung des Prostatakrebses umso größer, je früher er entdeckt wird. Aus diesem Grunde ist die Vorsorgeuntersuchung, bei der auch der PSA-Wert bestimmt wird, für jeden Mann zwischen 45 und 75 Jahren extrem wichtig. Ist der Krebs erst so weit fortgeschritten, dass bereits Absiedelungen in Lymphknoten oder Knochen gefunden werden, ist eine Heilung meistens nicht mehr möglich.