"Plastisch-ästhetische Gesichtschirurgie"

1.         Ohren

1.1      Abstehende Ohrmuscheln

Abstehende Ohrmuscheln sind die häufigsten Fehlbildungen des Gesichts- und Kopfbereiches. 5% aller Neugeborenen weisen abstehende Ohrmuscheln auf, die sich normalerweise spontan nicht zurückbilden. Leichtere Veränderungen können jedoch durch Pflasterverbände, die während der ersten Lebensmonate angelegt werden müssen, korrigiert werden.


Abb.1

Ohrmuscheln, die stärker abstehen (Abb.1), können etwa ab dem 5. Lebensjahr operativ korrigiert werden. Die Eingriffe können je nach Alter und Einstellung des Patienten in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt werden.


Abb.2a


Abb.2b

Zur genauen Planung ist eine exakte Analyse der Fehlform notwendig (Abb.2). Danach wird individuell entschieden, welche Technik für die jeweilige Veränderung optimal ist. Zur Korrektur des Knorpels unterscheidet man grundsätzlich zwischen

  • Nahttechniken
  • Schnitttechniken
  • kombinierte Techniken


Abb. 2

 

 

 


Abb. 3a


Abb. 3b

Zusätzlich ist besonderes Augenmerk auf das Ohrläppchen zu legen, das häufig ebenfalls deutlich absteht (Abb. 3 und 4).


Abb. 4a


Abb. 4b


Abb. 4c


Abb. 4d

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

1.2      Defekte der Ohrmuscheln

Nach Unfällen oder Tumoroperationen können Defekte von Teilen oder auch der gesamten Ohrmuschel auftreten. Ihre Rekonstruktion erfordert viel chirurgische Erfahrung und eine individuell abgestimmte Technik (Abb. 5 und 6).

Bei totalen Ohrmuschelverlusten kann insbesondere wenn große Narbenfelder vorliegen oder der Patient keine umfangreiche Operationen wünscht statt eines chirurgischen Ohrmuschelaufbaus auch eine Epithese angepasst werden (Abb. 7). Dabei handelt es sich um einen prothetischen Ersatz der Ohrmuschel aus einem Kunststoff. Dieses „Ersatzohr“ wurde früher vom Patienten täglich auf die Haut geklebt. Heute wird die Epithese meist über offene Implantate oder Magnete am Kopf verankert.


Abb. 7a


Abb. 7b

 1.3      Sog. „Ringerohr“


Abb. 8a

Eine besondere Verletzungsfolge und gleichzeitig chirurgische Herausforderung stellt das Ringerohr dar. Nach tangentialen Krafteinwirkungen auf das Ohr, wie sie typischerweise bei Ringern vorkommen, treten Abscherungen des Knorpels von seiner Knorpelhaut auf und in den dadurch bedingten Hohlräumen sammelt sich Blut an (Othämatom). Wenn dieses nicht umgehend chirurgisch entfernt wird, wird es zwar im Laufe einiger Wochen vom Körper abgebaut, aber gleichzeitig durch neues Knorpel und z.T. auch Knochengewebe ersetzt. Dadurch verdickt und verhärtet sich die Ohrmuschel und nimmt eine Form an, die zutreffend auch als „Blumenkohlohr“ bezeichnet wird (Abb. 8). Nur durch umfangreiche Resektionen und Modellierungen kann die Ohrmuschelform wieder hergestellt werden.


Abb. 8b


Abb. 8c

 1.4      Schwere Fehlbildungen

Neben den häufigen und leichten Fehlformen der abstehenden Ohrmuscheln gibt es eine Vielzahl von schweren Fehlbildungen der Ohrmuscheln, die meistens auch mit Fehlbildungen des Mittelohres, also bestimmten Formen der Schwerhörigkeiten, verbunden sind. Ihre Rekonstruktion umfasst mehrere Operationsschritte: *alten Text, Verweis auf Fragen und Antworten.

2.         Nase

Die Korrektur der äußeren Nase ist einer der häufigsten ästhetischen Operationen im Gesichtsbereich. Viele leiden aber nicht nur unter der äußeren Form ihrer Nase, sondern haben auch eine Funktionsstörung dieses komplizierten Organs mitten in unserem Gesicht.

20.000 Atemzüge pro Tag mit einem Volumen von jeweils einem halben Liter Luft oder mehr, das sind 10.000 l pro Tag, strömen durch die beiden, knapp einen Zentimeter großen Nasenöffnungen und werden auf einer Länge von nur zehn Zentimetern angewärmt oder an heißen Sommertagen auch abgekühlt, angefeuchtet und von kleinen Partikeln gereinigt. Keine technisch noch so ausgereifte Klimaanlage hat eine auch nur annähernd vergleichbare Leistungsfähigkeit. Durch Schleimhautpolster, deren Größe sich der jeweiligen Umgebungssituation anpassen, wird die Strömung der Atemluft gesteuert - gleichmäßig entlang des Nasenbodens, wenn wir viel Luft brauchen, oder verwirbelt, wenn unsere Riechzellen im oberen Nasenbereich das neue Parfüm testen.

Solange dies gut funktioniert, merken wir diese komplizierten Vorgänge gar nicht. Ist aber die Nasenscheidewand schief oder sind die Nasenschwellkörper zu groß, dann müssen wir durch den Mund atmen. Die Mundschleimhaut trocknet aus, vielleicht bekommen wir Halsschmerzen und manche fangen auch an zu schnarchen. Besteht diese Nasenatmungsbehinderung über längere Zeit, so ist eine funktionelle Korrektur der inneren Nase erforderlich.

Bei vielen Patienten liegen sowohl eine Störung der Nasenfunktion als auch der Wunsch nach einer äußeren Korrektur vor. In diesen Fällen können beide Ziele mit einer einzigen Operation erreicht werden: Die zu engen Nasengänge werden erweitert, die Nasenscheidewand und das gesamte Nasengerüst von innen nach außen korrigiert und neu aufgebaut. Durchschnittlich zwei Stunden dauert diese diffizile Operation.

Je nach Umfang der erforderlichen Maßnahmen können die Patienten noch am Abend des Operationstages nach Hause oder sie bleiben zwei bis drei Tage im Krankenhaus. Die Schmerzen nach der Operation sind minimal, aber leichte Schwellungen des Gesichtes und insbesondere der Lider für einige Tage lassen sich nicht ganz vermeiden. Dafür ist das Erlebnis, endlich gut Luft durch die Nase zu bekommen und die Freude über die schöne Nasenform, beeindruckend. Nicht selten fließt da schon mal die eine oder andere Freudenträne beim ersten Blick in den Spiegel nach Abnahme der Schiene. Erstaunlich ist auch immer wieder wie sich das Selbstbild und das Selbstbewusstsein der meist jungen Menschen nach einer ästhetischen Korrektur der Nase ändert.

2.1      Fehlformen des Profils

2.1.1   Höckernase


Abb. 9

Die Höckernase ist für das Gesicht zu groß gewachsen. Entweder der obere knöcherne Teil (Abb. 9) der der untere knorpelige Abschnitt (Abb. 10) oder gar beide Bereiche der Nase (Abb. 11) stehen zu weit vor und lenken die Augen des Gegenübers unweigerlich auf den Höcker statt auf den Ausdruck der Augen und der Lippen.


Ab.10


Abb. 11


Abb.12a


Abb. 12b


Abb.12c


Abb12d

Durch eine Reduktionsplastik kann die Form der Nase harmonisiert werden. Dazu werden die vergrößerten knorpeligen und knöchernen Anteile der Nase mit feinen Meißeln abgetragen. Damit anschließend keine Breitnase mit dem sog. „open roof“, dem „offenen, breiten Nasenrücken“entsteht, müssen die seitlichen Nasenwände mit korrigiert und dem neuen Profil angepaßt werden. Ebenso ist in vielen Fällen auch die Nasenspitze einschließlich des Winkels zwischen Nasensteg und Oberlippe ästhetisch optimal einzustellen (Abb. 12).

2.1.2   Sattelnase

 Die Sattelnase ist das Gegenteil der Höckernase. Es besteht ein Defizit des Nasenrückens. Er ist eingesunken (Abb. 13a). Während die Höckernase meist anlagebedingt ist und sich bis ins junge Erwachsenenalter hinein entwickelt, ist die Sattelnase meist Folge eines Unfalls, einer Entzündung oder einer fehlerhaft durchgeführten Nasenoperation, durch die ein Teil des Stützgewebes, also des Knorpels und/oder Knorchens verloren gegangen ist.


Abb. 13a


Abb. 13b

 In den selteneren Fällen, in denen der Knorpel nur gestaucht ist, kann die Sattelnase durch eine Korrektur des vorhandenen Gewebes wieder aufgebaut werden. Häufiger muß jedoch Gewebe aus anderen Regionen, in erster Lonie aus dem Ohr oder aus der Rippe (Abb. 13b), zur Nase transplantiert werden. Alternativ können in bestimmten Fällen auch Implantate aus besonderen, porösen Kunststoffen eingesetzt werden, die teilweise von eigenem Gewebe durchbaut werden.

2.2      Fehlformen in der Frontalansicht

2.2.1   Schiefnase

Der Name Schiefnase charakterisiert zutreffend die Veränderung: Einige oder alle Anteile der Nase sind schief. Es können sowohl der Knochen als auch verschiedene Knorpelstrukturen betrofen sein. Die Nase kann in sich gerade, aber insgesamt zu einer Seite verlagert sein; sie kann bogenförmig oder S-förmig schief sein.

 


Abb. 14a


Abb14b

Häufig ist die Schiefnase Folge einer Schlägerei oder eines evtl. bereits in der frühen Kindheit erlittenen Unfalls. Sie kann sich aber auch im Laufe des Wachstums, meist um die Zeit oder kurz vor der Pubertät entwickeln. Derartige, meist leichtere asymmetrische Wachstumsformen sind bei genauer Betrachtung keineswegs selten.

Eine unfallbedingte Schiefnase, bei der im Prinzip alle Strukturen in normaler Größe vorhanden sind, kann durch eine Neueinstellung der verlagerten Knochen- und Knorpelteile korrigiert werden. Dies kann je nach Umfang der Fehlstellung sehr diffizil sein. Wesentlcih schwieriger ist aber die Korrektur einer frühkindlich erworbenen oder entwicklungsbedingten Schiefnase. Hier müssen nicht nur alle Strukturen völlig neu justiert werden, sondern bestimmte anatomische Strukturen eingekürzt und andere mit Transplantaten vergrößert werden und darüberhinaus noch die elastischen Spannungen der Haut, der Nasenmuskeln und des Bindegewebes berücksichtigt werden (Abb. 14 und 15).


Abb. 15a


Abb. 15b

 

2.2.2   Breitnase

 


Abb. 17a

 
Abb. 17b

Die Breitnase kann sich anlagebedingt im Laufe der Jugendzeit entwickeln oder unfallbedingt sein. Sie kann sich vorwiegend auf den knorpeligen oder mehr auf den knöchernen Bereich beziehen. Je nachdem welche Strukturen der Nase betroffen sind müssen bestimmte anatomische Regionen verschmälert werden (Abb. 17 und 18).


Abb.18a

 


Abb. 18b

 

2.2.3   Nasenspitzenfehlform

Nasenspitzenfehlformen bieten eine unendliche Formenvielfalt: Hängende und breite Nasenspitzen, Stupsnasen, Knollennase, leichte Spaltbildungen, Asymmetrien, Konvexitäten statt Konkavitäten u.v.m. erfordern vom Operateur das gesamte Repertoire der plastisch-korrektiven und ästhetischen Korrektur. Im wahrsten Sinne des Wortes werden die verschiedenen Nasenspitzenfehlformen durch individuell sehr unterschiedliche Hautdicken und Strukturen überlagert. Bei der zarten Haut fällt selbst die kleinste Knorpelkante auf, bei der dicken Haut müssen die Struturveränderungen deutlich überkorrigeirt werden, um überhaut einen Effekt zu erzielen (Abb. 18)

3.         Lider

Hängende Oberlider nennt man auch „Schlupflider“. Zunächst stellen sie ein rein ästhetisches Problem dar: Schlupflider wirken müde und alt. Erschlafft die haut noch weiter, muss man durch Anspannung der Stirnmuskulatur die Augenbrauen anheben um überhaut noch ohne Gesichtsfeldeinschränkung vernünftig shen zu können. Diese ständige,  meist unbewusste Anspannung der Stirnmuskulatur kann zu Kopfschmerzen führen.

Während zunächst nur die Haut erschlafft, können im Laufe der Zeit auch die daruntergelegenen Bindegewebesschichten, die das Augenhöhelnfett in seiner Position halten, erschlaffen. Dies führt zu tropfenförmigen, mitunter sehr ausgedehnten Vorwölbungen der Oberlider.

Die Korrektur umfasst je nach Befund die Entfernung der überschüssigen Haut und des Fettgewebes sowie in Einzelfällen auch Straffungen des Bindegewebes und Korrekturen der Lidmuskulatur.

Hängende Unterlider haben mit „Tränensäcke“ eigentlich überhaupt nichts zu tun. Die Tränendrüse befindet sich nämlich im seitlichen Teil des Oberlides und die ableitenden Tränenwege im inneren Lidwinkel. Der echte Tränensack liegt in einem Knochenhohlraum zwischen Wange und Nase und kann überhaupt nicht zu hängenden Unterlidern führen. Trotzdem hat sich dieser Begriff im Laienbereich für die erschlafften Unterlider festgesetzt.

Ursache ist in den meisten Fällen wiederum die altersbedingte Erschlaffung der Lidhaut. Selten sind sie Folge von Gesichtsmuskellähmungen (>Facialisparesen) oder Vernarbungen. Bei ausgeprägten Unterliderschlaffungen kippt die Lidkante von der Bindhaut nach unten ab und führt dabei meist zu Austrocknungen, Bindehautreizungen und Entzündungen.


Abb. 19a

Abb. 19b

Die Korrektur umfasst je nach Ausmaß Resektionen der erschlafften, „hängenden“ Haut, Korrekturen an der Lidmuskulatur, Zügelungen des festen Lidhalteapparates und ggf. Entfernung von vorgewölbtem Augenhöhlenfett (Abb. 19).

4.         Gesichtshaut

4.1      Falten, Altershaut

Falten sind nicht gleich Falten. Nur durch eine gezielte Analyse können altersbedingte Falten optimal korrigiert werden.

Zunächst muss man wissen, dass jeder Mensch, auch das Kleinkind, bereits Falten hat. Sie sind in dem Fasersystem der Haut angelegt, aber wegen der Dicke und Elastizität der Haut und ihres Feuchtigkeitsgehaltes bei jungen Menschen noch nicht sichtbar. Die ersten sichtbaren Falten sind die natürlichen mimischen Falten. Dazu zählt als besonders auffällige die Nasen-Lippenfalte. Sie ist aber an sich noch kein Zeichen des Alterns. Diese werden typischerweise erst im vierten Lebensjahrzehnt erkennbar und nehmen langsam immer deutlicher an Tiefe zu. Dabei sind die individuellen Unterschiede aber erheblich. Zum Teil ist das Aussehen konstitutionell bedingt und vererbt, zum Teil spiegelt die Haut aber auch die eigene Lebensgeschichte und Pflege wieder. Äußere Einflüsse wie Rauchen und viel Sonnenexpositionen sind „Gift“ für die Haut und führen zu einem vorzeitigen Alterungsbild. Ebenso graben sich sowohl durch Griesgram und Zorn bedingte Muskelanspannungen der Haut als auch Lachfalten in die Gesichtshaut hinein.

Letzlich gilt aber für jeden von uns, dass wir mit zunehmendem Alter Falten bekommt.

Können wir etwas dagegen tun?

Eindeutig ja. Wir können zwar die Altersveränderungen nicht grundsätzlich stoppen, aber wir können sie verzögern und unsere Haut um einige Jahre wieder auffrischen.

Grundsätzlich steht am Anfang die Vorbeugung. Eine ausgewogene Lebensweise mit ausreichendem Schlaf, regelmäßige körperliche Aktivitäten, Sonnenlichtexposition nur in Maßen, gesunde Ernährung, Vermeidung von Giften aller Art und ein harmonisches psychosoziales Umfeld sind die allgemeinen Gesundheitsweisheiten, die schon im Altertum bekannt waren und die auch heute noch die wichtigste Basis in der Prävention vorzeitiger Alterungsprozesse sind.

Aber selbst wenn wir alle diese Empfehlungen einhalten werden wir - einschließlich unserer Haut - älter. Wir fühlen uns zwar noch geistig jung und körperlich einigermaßen fit, unsere Haut kennzeichnet aber unser Alter und belastet damit auch unser Wohlbefinden.

Wenn Hautpflegemittel und Kosmetika dafür nicht mehr ausreichen, können heute medizinische Maßnahmen helfen. Wie bei allen Behandlungen kommt vor der Therapie die Diagnose, d.h. die Falten müssen genau analysiert werden. Man unterscheidet:

4.1.1   Feine, oberflächliche Falten, die sog. Pergamenthaut

Hierbei handelt es sich um eine sehr dünne, trockene Haut. Der Haut fehlen fehlen feuchtigkeitsspeichernde Proteine, insbesondere die Hyaluronsäuren und Kollagene.

4.1.2   Tiefe statische Falten

Diese tiefen Falten „erzählen die Lebensgeschichte“. Sie entstehen sowohl durch das spezifische Reaktionsmuster der mimischen Muskulatur als auch durch die Schwerkraft, welche die Haut im Laufe der Zeit nach unten zieht. Festere Bindegewebsfasern halten bestimmte Areale der Haut relativ fest. Darüber wölbt sich zunehmende die Haut mit ihrem Unterhautfettgewebe und entwickelt kleine Polster. Unter diesen Bindegeweszügen ist das Gewebe bis zum nächsten Verankerungspunkt abgerutscht, das Haut wirkt in dieser Region eingefallen.

4.1.3   Dynamische Falten

Diese Falten sind die typischen Muskelfalten. Dazu zählen insbesondere die Zornesfalten im Stirnbereich, aber auch kleinere Falten in den seitlichen Augenwinkeln. Sie sind noch beweglich und lassen sich durch Unterdrückung übermäßiger Muskelanspannungen beeinflussen.

4.2      Faltentherapie

4.2.1   Botox

Botox und andere Botulinumtoxine sind eigentlich Muskelgifte. Sie führen zur Unfähigkeit die behandelte Muskulatur zu bewegen. In hoher Verdünnung und kleinen Mengen gezielt angewandt kann man übermäßige Anspannungen der mimischen Muskulatur unterdrücken und damit dynamische Falten beseitigen. Insbesondere im Stirn- und Augenbereich läßt sich dadurch die Haut glätten (Abb.*).

Botox wirkt für etwa 6 bis 9 Monate und muss dann aufgefrischt werden.

4.2.2   Injizierbare Implantate („Filler“)

Mit injizierbaren Implantaten können statische Vertiefungen aufgefüllt werden. Sie bieten sich zur Korrektur statischer, noch relativ flacher Falten an. Es gibt resorbierbare sowie nicht-resorbierbare Implantate sowie Eigenfett.

Nicht resorbierbare Implantate haben in der Vergangenheit wiederholt zu Problemen geführt, die nur sehr schwer zu beheben sind. Daher verwenden wir keine nicht-resorbierbaren, injizierbaren Implantate im Bereich der Ästhetik.

Zu den resorbierbaren Implantaten zählen in erster Linie die Kollagene und die Hyaluronsäuren. Sie werden als Füllmaterial („Filler“) in oder oberflächlich unter die Haut gespritzt und können so Hautfalten abflachen. Im Laufe von 6 bis 12 Monaten werden sie langsam vom Körper abgebaut. Bei Bedarf können die Filler dann erneut angewendet werden (Abb.*).

4.2.3   Eigenfetttransplantation

Eigenes Fettgewebe wird prinzipiell vom Körper nicht abgestoßen. Im Vergleich zu den Gesichtsfalten hat jeder von uns, selbst der Schlanke, viel Fett im Bauchbereich. Dort kann man geringe Mengen absaugen, das Fett einer sehr präzisen Aufarbeitung unterziehen und dann in kleinen Mengen in die Falten injizieren. Selbst wenn kleine Mengen nach der Transplantation resorbiert werden, bleibt ein erheblicher teil dieses Fettgewebes am Ort der Transplantation und kann Falten dauerhaft abflachen. Meist sind aber mehr als eine Sitzung erforderlich, um einen optimalen Erfolg zu erzielen. Diese Transplantation kann ggf. auch einige Jahre später nach weiter fortgeschrittener Alterung der Haut wiederholt werden.

4.2.4   Face lift

Obwohl mit den beschriebenen Techniken erhebliche Verjüngungen zu erzielen sind, haben diese Verfahren ihre Grenzen. Insgesamt erschlaffte Gesichtshaut lässt sich durch Injektionen, Implantionen und Transplantationen alleine nicht mehr korrigieren. In dieser Situation bietet sich das Face-lift an, bei dem entweder bestimmte Regionen (Abb. 20 / Stirnlift, Midfacelift, Necklift) oder die gesamte Gesichtshaut gestrafft wird. Dabei sollte nicht nur die Haut selber, sondern auch die darunter liegenden Bindegewebsschichten gestrafft und neu eingestellt werden. Je nachdem bis in welche Tiefe das Bindegewebe mitbehandelt und verlagert wird, gibt es unterschiedliche Techniken. Ihre Auswahl hängt außer vom Operateur auch von dem Ausmaß der gewünschten Veränderung ab.

 


Abb. 20a


Abb. 20b

Insbesondere im Stirnbereich und teilweise auch im Mittelgesichtsbereich lassen sich diese Hautverlagerungen endoskopisch ohne sichtbare Schnitte durchführen (Abb.*). Für das sog. Full-Face- und das Neck-(Hals-)Lift werden die Schnitte in die natürlichen Vertiefungen zwischen Ohr und Wange und in die behaarte Kopfhaut gelegt.

4.3      Pigmentstörungen

Pigmentstörungen können zwar angeboren sein oder sich bereits im Kindes- und Jugendalter entwickeln. Umschriebene Hautverdunklungen sind aber typisch für die alternde Haut.

Zunächst muss abgeklärt werden, ob es sich dabei um harmlose Veränderungen oder eine gefährliche Erkrankung handelt. Sollte sich dies klinisch nicht eindeutig bestimmen lassen, muss unbedingt eine Gewebeprobe gewonnen oder die Veränderung chirurgisch entfernt werden.

Bei medizinisch harmlosen, aber ästhetisch störenden Pigmentstörungen kann die Farbe der Haut durch

  • regelmäßiges Auftragen bestimmter Salben,
  • Laserbehandlung oder
  • spezieller Blitzlichttherapie

normalisiert werden.

5         Haare

Eine schöne Haarpracht kann bezaubernd sein. Haare an Stellen, wo sie nicht hingehören wie sog. Damenbärte, können ebenso belastend sein.

Es gibt eine Vielzahl von Maßnahmen um Haare zu entfernen. Viele von ihnen wie die alten “Hausmittel” des “Zupfens” oder mit Wachs “ausreißen” helfen nur vorübergehend. Die Haare wachsen nach einer gewissen Zeit wieder nach, weil die Wachstumszonen der störenden Haare intakt bleiben.

Für die dauerhafte Haarentfernung müssen die Haarwurzel entfernt oder zerstört werden. Dafür bieten sich die folgenden Techniken an:

  • Elektroepilation  (Verschorfung der Haarbälge mit Strom)
  • Laserbehandlung
  • Blitzlichttherapie
  • chirurgische Entfernung

6         Narben

Niemand kann Narben wirklich wegzaubern, aber sie können unauffällig verheilen. Leider sind sie das nicht immer. Stattdessen können sie breit, tief, verdickt oder verfärbt sein. Einige Menschen neigen anlagebedingt zu Narbenwucherungen.

Bei dieser Vielfalt gibt es nicht eine bestimmte Behandlungsmöglichkeit. Jede Narbe erfordert eine individuelle Beurteilung durch einen auf diesem Gebiet erfahrenen Arzt und eine Vielzahl von Therapieoptionen, die für den Betroffenen gezielt ausgewählt werden müssen.

Wir bieten Ihnen eine umfassende Beratung und konzentrieren uns auf folgende

Behandlungsmöglichkeiten:

  • Silikonfolienbehandlung
  • medikamentöse Behandlung mit Kortisoninjektion
  • Unterspritzung mit Fillern und Eigenfett
  • Dermabrasio (mechanische Glättung)
  • Laserbehandlung (NdYag und Co2)
  • Exzision und UmformungH
  • autverlagerung und Transplantation
  • Bestrahlung

7.         Legenden

Abb. 1: Ausgeprägt abstehende Ohrmuscheln

Abb. 2:  Analyse der Ohrmuschelfehlform

         a. Kopfvermessung nach Leonardo da Vinci

         b. Vermessung der Ohrmuschel von vorn, unten

         c. Vermessung der Ohrmuschel von vorn, mittig

         d. Vermessung der Ohrmuschel von oben

         e. Beurteilung der Ohrmuschel von oben

         f.  Beurteilung der Knorpelstärke

         g. - h.    Computerunterstützte Analyse der Ohrmuschel

Abb. 3 u. 4: Abstehende Ohrmuscheln vor und nach der Korrektur

Abb. 5: Teildefekt der Ohrmuschel vor und nach dem Aufbau mit eigenem Rippenknorpel

Abb. 6: Totaldefekt der Ohrmuschel vor und nach dem Aufbau mit eigenem Rippenknorpel

Abb. 7: Ohrmuschelepithese

Abb. 8: Typische sog. „Ringerohren“ bei einem Leistungssportler

Abb. 9: Höckernase vorwiegend im knöchernen Bereich

Abb.10: Höckernase vorwiegend im knorpeligen Bereich

Abb.11: Höckernase im knöchernen und knorpeligen Bereich

Abb.12: Höckernase vor und nach der Korrektur im knöchernen und knorpeligen Bereich sowie Hebung der Nasenspitze

Abb. 13: Sattelnase vor und nach dem Aufbau mit eigenem Knorpel

Abb. 14 und 15: Schiefnase vor und nach der Korrektur

Abb. 16 und 17: Breitnase vor und nach der Korrektur

Abb. 18: Fehlform der Nasenspitze vor und nach der Korrektur

Abb. 19: Patient mit hängenden Unterlidern vor und nach der Korrektur

Abb. 20: Patientin mit erschlaffter Halshaut vor und nach der Korrektur (Neck lift)

Abb. 21: Patientin mit erschlaffter Gesichtshaut vor und nach der Korrektur (Face lift)