Rhizarthrose
Arthrose ist die weltweit häufigste Gelenkerkrankung. Allein in Deutschland haben über 20 Millionen Menschen zeitweilig Arthrosebeschwerden. 5 Millionen leiden aufgrund von Arthrose an chronischen Schmerzen. Und diese Zahlen steigen, denn die Menschen werden immer älter. Aber nicht nur ältere Menschen sind betroffen. Immer häufiger treten Knorpelschäden schon bei Kindern und Jugendlichen auf. Besonders heimtückisch ist die Rhizarthrose, die ständige Schmerzen beim Bewegen der Daumen auslöst. Doch mit einer in Deutschland recht neuen Methode kann Betroffenen schonend geholfen werden. In der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des Prosper-Hospitals Recklinghausen unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Alexander Joist werden Rhizarthrosen jetzt mit Endoprothesen des Daumensattelgelenks therapiert.
Unsere Gelenke erfüllen viele Aufgaben. Sie ermöglichen es, dass wir uns bewegen können, besitzen Stoßdämpfer, um plötzliche und harte Bewegungen zu dämpfen und sie geben Halt.Wenn diese Gelenke von Arthrose betroffen sind, werden sie immer mehr in ihren Aufgaben eingeschränkt. Denn durch einen Gelenkverschleiß entsteht ein Schaden im Knorpelüberzug der Gelenke wodurch Knochen auf Knochen reibt. „Dieses bereitet Schmerzen bei jeder noch so kleinen Bewegung“ erklärt Priv.-Doz. Dr. Alexander Joist. Zusätzlich treten häufig Entzündungen auf, die weitere Schmerzen verursachen. Viele verschiedene Faktoren können zueinem solchen Knorpelschaden führen. In der Regel ist der Gelenkverschleiß altersbedingt oder tritt nach einem Unfall auf.
Wenn das Daumensattelgelenk, d. h. das Gelenk, das das Bewegen unseres Daumens ermöglicht,von einer Arthrose betroffen ist, spricht man von der Rhizarthrose, die besonders häufig bei älteren Frauen auftritt. Diese Arthroseform bedingt einen besonders großen Leidensdruck, denn im Alltag benutzen wir unsere Hände und vor allem die Daumen ständig. Zum Greifen oder Festhalten von Gegenständen brauchen wir unsere Daumen. Jede Bewegung löst bei einer Rhizarthose jedoch starke Schmerzen aus. Bisher wurde bei der Rhizarthrose entweder das Gelenk eingesteift oder ein Knochen entferntund die Lücke anschließend mit einer Sehne aufgefüllt. Joist erläutert: „Diese Therapien führen zwar zu einer relativen Schmerzfreiheit, haben jedoch auch den Nachteil, dass die Bewegungsfähigkeit des Daumens eingeschränkt wird.“ Außerdem ist eine aufwendige Nachbehandlung nötig. In der Regel ist eine sechswöchige Ruhigstellung erforderlich und weitere sechs Wochen bedarf es, bis die Beweglichkeit wieder hergestellt ist. Eine neue Methode, die in Deutschland erst in wenigen Kliniken durchgeführt wird, ermöglicht jetzt eine schonendere und wesentlich effektivere Therapie der Rhizarthrose. Hierbei wird das Daumensattelgelenk durch eine Endoprothese aus Titan ersetzt. Dabei wird die volle Beweglichkeit des Daumens erhalten. Der Eingriff, der nur 30 bis 40 Minuten dauert, kann ambulant erfolgen. Anschließend tragen die Patienten etwa 14 Tage eine Gipsschiene und beginnen dann sofort mit Bewegungsübungen. „Die Patienten sind im Idealfall nach dem Eingriff schmerzfrei und voll mobilisationsfähig. Außerdem können sie anschließend ihre Hand wieder ganz normal benutzen“, so Joist.


