Schlaflabor

Einleitung

Es ist seit langem bekannt, daß der Mensch regelmäßig Schlaf benötigt, um sich geistig und körperlich zu regenieren. Anhaltender Schlafmangel führt zu zunehmender körperlicher Erschöpfung und nachlassender Konzentrationsfähigkeit. Etwa drei Millionen Deutsche beklagen eine häufige oder dauerhafte Tagesmüdigkeit. Mehr als die Hälfte unserer Bevölkerung schnarcht mehr oder weniger häufig und ausgeprägt. Männer mehr als Frauen; über 40-jährige mehr als jüngere. Davon haben ca.10% ein „gefährliches“, d. h. die eigene Gesundheit beeinträchtigendes Schnarchen. Meistens ist Schnarchen aber nur lästig, v. a. für den Bettnachbarn.


Wie entsteht Schnarchen eigentlich?

Während des Schlafs sorgen verschiedene Kopf- und Halsmuskeln dafür, daß die oberen Atemwege offen bleiben. Erschlaffen diese Muskeln jedoch, verengen sich die Atemwege; die Luftzufuhr wird dadurch erschwert. Auf diese Weise entsteht u. a. ein Vibrieren des Weichgaumens und verursacht so das Schnarchgeräusch.Wenn es nun bei der Erschlaffung der Muskulatur zum vollständigen Verschluß der Atemwege kommt, zieht dies einen Atemstillstand nach sich (sog. obstruktive Apnoe). Durch eine Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff kommt es reflektorisch zu einer Weckreaktion. Geschieht dieses einige Hundert Male in der Nacht, wird ein erholsamer Schlaf unmöglich. Es kommt zur begleitenden Tagesmüdigkeit und erhöhten Belastung für Herz und Kreislauf.


Es existieren auch eine Reihe von Schlafstörungen fördernden Faktoren. Hierzu gehören u. a. Übergewicht, abendlicher Alkoholgenuß, anatomisch bedingte Nasen- und Rachenengstellen sowie die regelmäßige Einnahme von Schlaftabletten.


Was passiert in einem Schlaflabor?

Nach Durchführung einer typischen hno-ärztlichen Untersuchung mit Erhebung Ihrer Beschwerden werden Sie für zwei Tage in unserem Schlaflabor aufgenommen. Während dieser Zeit werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, die zur besseren Identifizierung Ihrer Schlafstörungen beitragen. Neben einer Blutentnahme wird auch ein Ekg, eine Lungenfunktion und röntgenologische Darstellung der Lunge angefertigt. Hauptbestandteil unser Schlafdiagnostik sind allerdings die sog. Schlafendoskopie und Polysomnographie.


Die Schlafendoskopie ist eine Untersuchung, bei der Sie mit Hilfe unserer Anästhesisten (Narkoseärzte) in einen „künstlichen“ Schlaf versetzt werden. Anschließend nehmen wir eine Spiegelung (mit einem flexiblen Endoskop) der oberen Luftwege vor, um mögliche anatomischen Engstellen erkennen und verschiedene  Therapiesimulationen durchführen zu können.


Bei der Polysomnographie werden über zwei Nächte verschiedene Parameter aufgezeichnet,
die den Schlaf charakterisieren. Hierzu gehören u. a. die Schlafstadienanalyse, das
Schnarchen, die Atempausen, die Sauerstoffsättigung und die Körperlage. Zur Bestimmung
dieser Parameter ist es notwendig, dass Ihnen während der Nacht verschiedene Elektroden
und Kabel angelegt werden.


Wie behandelt man das Schnarchen bzw. die Schlafapnoe?

In leichten Fällen läßt sich das Problem schon durch Gewichtsreduktion und eine
einigermaßen gesunde Lebensführung lösen.Bei nachweisbaren anatomischen Einengungen der oberen Atemwege kann eine hno-ärztlicheSanierung (wie Mandeloperation mit Straffung/Kürzung des Gaumensegels und des Zäpfchens (UVPP), Verkleinerung des Zungengrundes, Begradigung der Nasenscheidewand,Verkleinerung der Nasenmuscheln, Entfernung von Nasenpolypen) zur Beschwerdebesserung führen.


Hohe Erfolgsraten zeigt auch die Anpassung von sog. Protusionsaufbißschienen, die denUnterkiefer im Schlaf etwas weiter vorne halten und somit verhindern, daß die Zunge den Schlund verschließt.


Die häufigste Behandlung der (obstruktiven) Schlafapnoe ist die nasale CPAP-Behandlung
(CPAP = continuous positive airway pressure). Hierbei sorgt ein Luftstromgenerator über
eine Nasenmaske für ständige Luftzufuhr. Die stete Luftzufuhr verhindert einen Kollaps der Atemwege und damit die nächtlichen Atemstillstände.


Klicken Sie hier für die Druckansicht