Blick durch die Linse

Jens Ackermann bereichert die Zimmer und Flure des Prosper-Hospitals mit seinem Hobby

 

Julia Sandkühler hat mit ihm gesprochen:

Es sind Bilder, die Teile von Recklinghausen, des Ruhrgebiets oder Ostseestrände zeigen und auf mich wirken sie beruhigend. Die Halde Hoheward in der Abenddämmerung, das Recklinghäuser Rathaus in strahlenden Farben oder das türkisblaue Meer – diese Bilder hängen seit einiger Zeit auf den Fluren der Zentralambulanz, auf der 7. Etage und sehr bald auch auf der Station 4B. Sie strahlen mit ihren Farben und Blickwinkeln ein wohliges Gefühl und Wärme aus. Am unteren Bildrand verraten „Jack & Kala“, dass sie die Künstler sind und dass wir auf www.verknipst-online.de mehr über sie erfahren können. Ich treffe mich aber einfach mit „Jack“.

Jack ist Jens Ackermann. Er hat vor 20 Jahren seine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger im Prosper-Hospital gemacht. Erst war er auf verschiedenen Stationen im Einsatz und seit rund 8 Jahren ist er in der urologischen Ambulanz tätig. All das hat für den Außenstehenden wenig mit Fotographie zu tun. „Es gibt auch keine direkte Verbindung zwischen meiner Arbeit im Prosper-Hospital und meinem Hobby. Fotographie ist für mich einfach Freizeit und Entspannung. Gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin „Kala“ erkunde ich so unsere Region.“

Als Kind des Ruhrgebiets, geboren in Bochum, aufgewachsen in Recklinghausen und vor zwei Jahren nach Dortmund gezogen, reizt es ihn, den Leuten mit seinen Bildern die vielen Facetten des Ruhrgebiets zu zeigen. Aber auch Wildtiere, Insekten und Streetfotographie begeistern ihn.

Die Faszination Fotographie ist für Jens Ackermann einfach zu erklären: „In unserem Alltag nehmen wir viele Dinge gar nicht so bewusst wahr. Scheinbar banale Kleinigkeiten können beim Fotografieren plötzlich in den Vordergrund rücken und so interessant werden.“

Angefangen hatte alles vor ungefähr 10 Jahren. Damals kam er auf die Idee, seine Fische und Terrarientiere in Szene zu setzen und lichtete sie mit einer kleinen Kompaktkamera ab. Seit 5 Jahren ist er nun mit seiner Digitalen Spiegelreflexkamera unterwegs und das ziemlich schnell ziemlich erfolgreich. „2009 habe ich 'Recklinghausen leuchtet' zum ersten Mal durch das Objektiv meiner Kamera betrachtet. Es war einfach faszinierend, was man da so entdecken konnte. Dann habe ich einfach mal beim Fotowettbewerb des Medienhauses Bauer mitgemacht.“ Und dabei hat er – wie soll es anders sein – direkt den ersten Platz belegt. „Das hat mich motiviert, noch mehr zu geben“, sagt er voller Begeisterung.

Er produzierte einen Fotokalender, den durch Zufall der technische Leiter des Prosper-Hospitals Dieter Helleberg in die Finger bekam. Er war sofort begeistert und beauftragte, gemeinsam mit Geschäftsführer Alex Hoppe, Jens Ackermann, Fotos für die Stationsflure zu machen. „Es ist nicht immer ganz einfach Motive zu finden, die in ein Krankenhaus passen. Oft suche ich Objekte aus, fahre mehrmals dorthin, bis ich sie bei passendem Tageslicht einfangen kann.“ Doch die „Arbeit“, in seinen Augen Entspannung, lohnt sich. „Für mich war es eine tolle Bestätigung, meine Bilder in dieser Form auf den Fluren zu sehen. Viele Fotografen-Kollegen aus meinem Freundeskreis“, sagt er mit einem schelmischen Grinsen, „sind ganz neidisch auf mich.“

So lange er die Möglichkeit bekommt, wird er seine Bilder dem Prosper-Hospital zur Verfügung stellen. „Es ist toll, wenn Kollegen auf mich zukommen, weil sie herausgefunden haben, dass ich hinter der Sache stecke. Viele sind wirklich begeistert. Ganz besonders freue ich mich, wenn sich ehemalige Patienten über meine Homepage bei mir melden und sich für meine Bilder interessieren.“

 

 

Als leidenschaftlicher Fotograph lebt er nach dem Motto: „Und übrigens...mein bestes Foto mache ich morgen...“