Blick in den Operationssaal

Wie läuft eine Operation ab?


Eine Operation ist für die meisten Menschen mit vielen Fragen und viel Ungewissheit verbunden. Ein Grund hierfür ist, dass sie meistens keine Vorstellung davon haben, was eigentlich bei einer Operation genau passiert und was auf sie zukommt.  Natürlich ist keine Operation wie die andere – dennoch gibt es einige Eckpfeiler, die im Prosper-Hospital immer zum Tragen kommen.

 

Grundlegend ist, dass alle Patienten rechtzeitig vor dem Eingriff ein Aufklärungsgespräch mit dem behandelnden Chirurgen und dem Narkosearzt haben. Sie klären über das Vorgehen bei der Operation und mögliche Risiken auf. Am Ende des Gesprächs unterschreiben Patient und behandelnder Arzt, dass die Aufklärung stattgefunden hat und sie dem Eingriff zustimmen.

 

Beide Ärzte, der Narkosearzt und der behandelnde Operateur, werden sich vor der anstehenden Operation mit dem jeweiligen Fall eingehend beschäftigen, die Krankenakte studieren und den Eingriff dementsprechend planen.

 

Alle Operationen im Prosper-Hospital werden über einen zentralen Operationsplan gesteuert. In unseren acht Operationssälen in unserem Zentral-OP und unserem dezentralen HNO-, dem Koloproktologischen-  und Kaiserschnitt-OP  sowie dem ambulanten OP und der urologischen Ambulanz werden täglich ungefähr 50 Operationen verschiedenster Art durchgeführt. Notfälle und unvorhergesehene Verläufe können den Ablaufplan im OP jederzeit erheblich verändern. Aus diesem Grund kann es sein, dass Patienten längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen als vorgesehen waren.

 

Die Operationen beginnen morgens um 07:30 Uhr und gehen planmäßig bis durchschnittlich 16:00 Uhr. Nach dieser Zeit stehen bei Bedarf zwei Operationsteams für weitere Operationen und Notfälle bereit. Dabei dauern die Eingriffe, je nach Schwere der Operation, unterschiedlich lang. Der längste Eingriff im Prosper-Hospital im letzten Jahr über 12 Stunden geplant gedauert.

 

Bei jeder Operation beginnt rund eine Stunde vor der Operation die Vorbereitung auf dem Patientenzimmer. Die Patienten müssen aus hygienischen und medizinischen Gründen ihre eigene Kleidung und Schmuck ablegen und  gegen ein OP-Hemd, eine Netzhose und Strümpfe zur Thromboseprophylaxe tauschen. Hierbei werden unsere Patienten vom Pflegepersonal unterstützt. Außerdem bekommen sie auf Wunsch ein Beruhigungsmittel verabreicht.

 

Ungefähr eine halbe Stunde vor der eigentlichen Operation wird der Patient von unserem Patiententransportdienst abgeholt und in den OP-Vorraum gebracht. Hier warten bereits der Narkosearzt und ein Narkosepfleger auf ihn, um die Narkose einzuleiten. Zunächst bekommt der Patient ein EKG und ein Blutdruckmessgerät angelegt. Am Finger überprüft außerdem ein Sensor  den Sauerstoffgehalt im Blut. Bei einer Allgemeinanästhesie (Vollnarkose)  werden dann dem Patienten Schlaf- und Schmerzmittel, sowie Medikamente, die die Muskulatur erschlaffen lassen, verabreicht und die Beatmung beginnt. Alternativ lassen sich bei einigen Operationen auch nur die Extremitäten betäuben. Ab diesem Zeitpunkt werden alle Vitalfunktionen wie zum Beispiel Blutdruck, Herzschlag und Sauerstoffzufuhr mittels moderner Geräte überwacht.

 

Der Patient wird nun in den eigentlichen Operationssaal geschoben. Hier wartet bereits der Operateur zusammen mit ein bis zwei Assistenzärzten. Zwei OP-Pflegekräften, die einerseits das chirurgische Besteck steril am OP-Tisch anreichen, anderseits als „Springer“  verschiedene Geräte und Materialien aus Schränken usw. anreichen, haben sich bereits parallel während der Narkoseeinleitung vorbereitet und können nun ihre Arbeit am Patienten fortsetzen. Insgesamt kümmern sich so bis zu sieben Fachpersonen um einen Patienten.

 

Zunächst wird der Patient optimal gelagert und das auf Station von Haaren befreite OP-Gebiet gereinigt. Der Patient bekommt von all dem nichts mit, da er in einer tiefen Narkose liegt oder bei einer Teilnarkose sediert ist. Der Narkosearzt entscheidet aufgrund der Vitalfunktionen, ob weitere Medikamente notwendig sind. Außerdem hat er während des gesamten Eingriffs immer wieder Blickkontakt zum behandelnden Operateur und tauscht sich mit ihm aus. Treten Komplikationen auf, können beide zeitnah und angemessen reagieren.

 

Sobald die Operation abgeschlossen ist, wird der Patient im OP-Saal wach. Von da wird er in den benachbarten Aufwachraum gebracht, wo er weiterhin von einem Team aus Narkoseärzten und –pflegekräften überwacht wird. Die Schwere der Operation bestimmt die Aufenthaltsdauer im Aufwachraumund kann mehrere Stunden betragen, bis der Patient auf sein Zimmer zurückkommt. Nach sehr großen Operationen übernachten die Patienten auf der operativen Intensivstation.

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