Bluthochdruck und Sport

Wichtige Informationen für das Sportprogramm

 

Sport kann Bluthochdruck positiv beeinflussen – doch wichtig ist, dass man ein paar Grundregeln beachtet. Dr. med. Joachim Kühne, Internist und Hypertensiologe und Chefarzt der Medizinischen Klinik III im Prosper-Hospital ist ein Grundsatz wichtig: „Sport gehört in der Behandlung von Bluthochdruckpatienten zur nicht-medikamentösen Basistherapie wie auch die anzustrebende Gewichtsreduktion bei Übergewicht und die salzarme und vitalstoffreiche Ernährung. Bei konsequenter Umsetzung dieser Maßnahmen ist bereits eine Blutdrucksenkung zwischen 8 und 20 Prozent in Studien dokumentiert worden. Nicht nur die Werte können sich auch ohne Medikamente deutlich verbessern, auch die Psyche wird positiv beeinflusst. Man fühlt sich einfach besser und fitter.“

 

Trotzdem müssen einige Regeln beachtet werden, denn beim Sport können Bluthochdruckspitzen entstehen. „Es kommt also darauf an, für jeden Patienten eine geeignete Sportart zu finden und das Maß der Anstrengung zu bestimmen“, erklärt Dr. Kühne. Ausdauersportarten wie zum Beispiel Schwimmen, Laufen, Rad fahren, Nordic Walking oder Skilanglauf sind für alle ansonsten gesunden Hypertoniker (Bluthochdruckpatienten) geeignet. Mittlerweile gibt es aber auch Studien darüber, dass sich auch Gymnastik und moderater Kraftsport positiv auswirken können. „Beim Kraftsport sollte darauf geachtet werden, dass es nicht zu einer so genannten Pressatmung kommt, bei der schon bei Menschen mit einem Blutdruck im Normbereich starke Blutdruckspitzen entstehen“, so Kühne. „Eine erhöhte Muskelmasse führt auf Dauer zu einem besseren Stoffwechsel, der sich positiv auf den Blutdruck auswirkt.“

 

Die Häufigkeit des Trainings sollte nach Empfehlung der Deutschen Hochdruckliga zwischen drei und fünf Einheiten pro Woche liegen. 30 Minuten Belastung reichen dann vollkommen aus. Wer allerdings lange keinen Sport gemacht hat, sollte zunächst mit kürzeren Einheiten beginnen. „Wer unsicher ist, kann sich auch beim Arzt seinen optimalen Trainingspuls berechnen lassen“, weiß der Internist. Wer nach langen Jahren der Abstinenz wieder in den Sport einsteigen möchte, sollte sich sowieso zunächst auf jeden Fall vom Hausarzt beraten lassen. In einzelnen Bundesländern gibt es bereits „Sport auf Rezept“, mit dem Sportart, Intensität und Häufigkeit individuell ärztlich verordnet werden.

 

Das Fazit des Arztes: „Sport kann auch schon in kleinen Mengen viel bewirken. Jeder sollte für sich herausfinden, was ihm liegt, guttut und auch Freude bereitet. So kann er eine Verbesserung von Blutdruckeinstellung und Lebensqualität erreichen."