Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in westlichen Ländern - so auch im Kreis Recklinghausen. Im Laufe ihres Lebens erkrankt heute durchschnittlich jede achte Frau daran. Mittlerweile gibt es gute Heilungschancen, wobei die Devise lautet: Je früher der Krebs erkannt wird, umso besser sind die Chancen der Frau. Deswegen ist Aufklärung wichtig. Die bekommen Patienten zu jeder Zeit bei unseren Experten im Prosper-Hospital Recklinghausen - von der Diagnose über die Behandlung bis zur psychologischen Nachbehandlung.

Vorsorge kann Leben retten

Vorsorge ist wichtig - doch wie häufig sollte ich zum Arzt gehen und wie kann ich erste Anzeichen einer Brustkrebserkrankung wahrnehmen? Das sind Fragen, die sich jede Frau stellt, wenn es um das Thema Brustkrebs geht. Ab dem 20.Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen einmal im Jahr eine gründliche Untersuchung beim Frauenarzt. Der tastet dabei die Brust und die Achselhöhle ab. Ab dem 50.Lebensjahr haben Frauen alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie) im Rahmen des Mammographie-Screenings. Zusätzlich sollte jede Frau ab dem 30. Lebensjahr einmal im Monat - ca. eine Woche nach Beginn der Periode - ihre Brust selbst abtasten. Auffälligkeiten können z.B.Knoten und Verformungen der Brust, Veränderungen der Brustwarzen und der Haut oder auch Absonderungen der Brustwarze sein. Sobald der Frau etwas auffällt oder verdächtig vorkommt, sollte sie einen Termin beim Arzt vereinbaren. Häufig stecken hinter diesen Veränderungen harmlose Ursachen. Und auch wenn Sie als Frau eine negative Diagnose bekommen: Durch rechtzeitige und auf Sie angepasste Behandlungen steigern Sie ihre Überlebenschancen.

Risikofaktoren

Warum Brustkrebs entsteht ist häufig unklar. Einige Studien belegen jedoch, dass es Risikofaktoren gibt. Dazu gehören z.B.ein übermäßiger Verzehr von Alkohol, Übergewicht, zu wenig Bewegung und eine genetische Vorbelastung. Auch der Beginn der Menstruation im frühen Lebensalter oder späte erste Geburten können Einfluss haben. Falls bei einer Frau ein oder mehrere Faktoren zutreffen heißt es allerdings noch nicht, dass sie auch zwingend an Brustkrebs erkrankt. Der genetisch bedingte, d. h.erblich bedingte, Brustkrebs macht nur 5% der Fälle aus!

Nach der ersten Diagnose

Sobald ein Arzt jedoch die Vermutung hat, dass es sich um Brustkrebs handeln könnte, wird er einige Untersuchungen durchführen. Zunächst wird er die genaue Krankengeschichte erfragen sowie Tast- und Ultraschalluntersuchungen machen. Falls erforderlich wird eine Gewebeentnahme durchgeführt. Bei bösartigem Befund muss der Knoten entnommen und weiter untersucht werden. Spezialuntersuchungen wie die Kernspin-Mammographie werden, falls erforderlich, veranlasst.

Danach entscheidet sich, wie die weitere Behandlung aussieht, denn Krebs ist nicht gleich Krebs. Im Prosper-Hospital Recklinghausen stellen sich unsere Experten im Rahmen einer interdisziplinären Tumorkonferenz individuell auf jede Patientin ein.

Therapieformen

Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten, je nach Stadium der Krebszellen und individuellen Voraussetzungen. So gibt es neben der Operation auch medikamentöse und Strahlentherapien. Bei Brust erhaltendem Vorgehen muss fast immer bestrahlt werden. Eine Chemotherapie ist nicht immer erforderlich. Entscheidend ist letztendlich die Biologie des Tumors.

Welche Therapieform im Einzelfall angewendet wird, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wichtig ist, dass die Frauen einen Arzt ihres Vertrauens finden, mit dem sie all ihre Fragen, Ängste und Sorgen besprechen können. Im zertifizierten Brustzentrum Kreis Recklinghausen, an das auch das Prosper-Hospital Recklinghausen angeschlossen ist, arbeiten zum Beispiel Gynäkologen, Radiologen, Pathologen, Onkologen und Strahlentherapeuten eng zusammen (interdisziplinär). Alle Entscheidungen werden hier gemeinsam mit den verschiedenen Fachdisziplinen getroffen. Dabei werden die Frauen auch psychosozial unterstützt. Denn es ist wichtig, dass die Betroffenen versuchen, trotz ihrer schweren Erkrankung, ihre Lebensqualität zu erhalten.

Breast Care Nurse (BCN) - Brustschwester

Die Tätigkeiten einer BCN im Brustzentrum des Prosper- Hospitals in Recklinghausen sind sehr vielfältig. Von dem Zeitpunkt an, von dem die Patientin zu uns in die Sprechstunde kommt, erhält sie eine umfassende pflegerische, individuelle Betreuung. Außerdem wird auf Wunsch auch der erste Kontakt zu ihremUmfeld (Familie, Kinder, Freunde...) hergestellt. Die BCN sorgt für einen reibungslosen Ablauf während des stationären Aufenthaltes und steht den Patientinnen und auch ihrenAngehörigen jederzeit für Fragen zur Verfügung. Sie hat eine informative und unterstützende Funktion und ist das Bindeglied zu den anderen interdisziplinären Fachrichtungen hier im Hause. Wenn es um die Therapie geht knüpft sie auch Kontakte zu außenstehenden Kooperationspartnern.

Die Beratung und Anleitung der Patientin ist die Hauptaufgabe der BCN.

Physiotherapie

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Bewegung sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. Auch bei Krebserkrankungen kann Bewegung die Therapie positiv beeinflussen. Spezielle Gymnastik, Nordic Walking, Wassergymnastik oder Yoga sind nur ein paar Beispiele für Sportarten, die Frauen während und nach der Therapie machen können. Die Akademie Gesundes Vest und die Physiotherapie des Prosper-Hospitals bieten verschiedene Kurse an, die auch für Brustkrebspatientinnen geeignet sind. Außerdem stehen ihnenunsere Therapeuten bei Fragen beratend zur Seite. In der akuten Phase nach der Operation werden siebei Bedarf von den Mitarbeitern unserer Physiotherapie betreut. Durch gezielte Übungen wird die Mobilität des Schulter-Arm-Bereiches erhalten bzw. verbessert, bestehende Ödeme werden mit Manueller Lymphdrainage therapiert und die Patientinnen erhalten Informationen, wie sie selber der Entstehung eines Lymphödems vorbeugen können.

Psychoonkologie

Die psychische Auseinandersetzung mit einer Brustkrebserkrankung erlebt jede Frau auf ihre Weise. Die Psychoonkologinnen möchte den Betroffenen für ihrenindividuellen Umgang mit der Krankheitsverarbeitung ihre Begleitung und Unterstützung anbieten z. B. durch:

  • entlastende/ informative Gespräche als Einzel-/ Paar- und / oder Familiengespräch
  • Stärkung und Aufbau von Ressourcen
  • Arbeit an (neuen) Perspektiven
  • Umgang mit Therapienebenwirkungen
  • Vermitteln von Entspannungsverfahren (zur Steigerung des Wohlbefindens, zum Nebenwirkungsmanagement, zur Förderung eines erholsamen Schlafes etc.)
  • Unterstützung bei der Suche nach ambulanter psychotherapeutischer Begleitung etc.