Chemotherapie

Die Chemotherapie bei Krebserkrankung des Dick- oder Mastdarmes stellt eine Ergänzung der operativen Behandlung dar. Bei Dickdarmkrebs wird eine Chemotherapie unterstützend (adjuvant) nach der Operation durchgeführt, wenn Lymphknoten von Tumorzellen befallen sind. Besteht bereits ein fortgeschrittenes Tumorstadium mit mehreren Fernmetastasen etwa in Leber oder Lunge, die operativ nicht mehr zu entfernen sind, so spricht man von einer palliativen Chemotherapie. Gleiches gilt für den Mastdarmkrebs, hier wird die Behandlung allerdings noch durch eine Bestrahlung ergänzt.

Die adjuvante Chemotherapie des Dick- und Mastdarmkrebses wird in der Regel in sechs sogenannten Zyklen an jeweils fünf aufeinander folgenden Tagen durchgeführt. Der erste Zyklus beginnt, ein komplikationsloser Verlauf vorausgesetzt, am elften Tag nach der Operation, noch während des stationären Aufenthaltes. Die weiteren Zyklen folgen dann in dreiwöchigen Abständen, sodass jeweils der 29. Tag nach der ersten Gabe dem Tag 1 des neuen Zyklus entspricht. Die in den meisten Fällen sehr gut verträgliche Chemotherapie mit Folinsäure und Fluorouracil kann in der Regel ambulant durchgeführt werden. Darüber hinaus können Folinsäure und Fluorouracil in bestimmten Fällen auch als sogenannte Hochdosis-Chemotherapie über 24 Stunden gegeben werden.

Die palliative Chemotherapie soll das Fortschreiten der Krebserkrankung verlangsamen, eine Heilung gelingt hier nur selten. Die Entscheidung zu dieser Form der Chemotherapie muss daher vor allem in Hinblick auf die Lebensqualität geprüft werden. Eine Chemotherapie um jeden Preis ist hier nicht angemessen und ihr Wert muss daher im Einzelfall geprüft werden. Im Bereich der Chemotherapie der kolorektalen Karzinome sind in jüngerer Zeit zusätzlich neue Substanzen erfolgreich eingesetzt worden, wie z.B. Irinotecan, Oxaliplatin, Tegafur oder Capecetabin. Die individuelle Chemotherapie sollte in Zusammenarbeit mit einem Onkologen festgelegt werden.