Dr. Dirk Kusche, Chefarzt der Urologie am Prosper-Hospital

Da Vinci in der Urologie

Da Vinci - Minimalinvasive Chirurgie weiter verfeinert

Bereits seit den frühen Anfängen der so genannten „Schlüssellochoperation“ befasst sich die Urologische Klinik des Prosper-Hospitals mit dieser schonenden Technik. Inzwischen ist der Klinik ein überregional anerkanntes Zentrum für Minimalinvasive Chirurgie (MIC-Zentrum) angeschlossen, das eine hohe Expertise vereint und in dieser Funktion an andere Kliniken weitergibt. 

„Es war naheliegend, unsere umfangreiche Erfahrung mit der Laparoskopie durch Hinzufügen eines computerunterstützten Systems zu optimieren“, erläutert Dr. Dirk Kusche, Chefarzt der Urologischen Klinik und des MIC-Zentrums, die Anschaffung des Da Vinci-Systems. Die computergestützte Operation ist der nächste Schritt in der Entwicklung minimalinvasiver Operationstechniken. „Wir können so, bei einer Verbesserung des operativen Ergebnisses, Komplikationen noch mal reduzieren. Dies ist im Sinne einer schnelleren und sicheren Genesung unserer Patienten“, berichtet Dr. Kusche.

In den USA wurden bereits 2005 rund 30% aller radikalen Prostatektomien mit dem Da Vinci-System ausgeführt, 2008 waren es annähernd 80%. Eine solche Operation, bei der die Prostata vollständig entfernt wird, ist bei Prostatakrebs eine sichere Behandlungsmethode. „Diese Methode ermöglicht eine exzellente Tumorkontrolle bei sehr guten funktionellen Ergebnissen hinsichtlich Kontinenz und Potenz für den Patienten“, so Dr. Kusche. 

Dieser Eingriff ist jedoch äußerst aufwändig und bislang in den meisten Kliniken mit einem Bauchschnitt verbunden. Zudem befinden sich in dieser Region zahlreiche Nerven und Organe, die für viele Körperfunktionen äußerst wichtig sind. So muss die Prostata zunächst von Blase und Harnröhre gelöst werden, um sie zu entfernen. Dabei dürfen der Schließmuskel und die umliegenden Nervenbahnen keinesfalls beschädigt werden, da andernfalls Harninkontinenz droht. „Genau bei diesen Punkten erkennt man die deutlichen Vorteile der Technik. Die sehr präzisen, feinen Instrumente in Kombination mit der Bewegungsoptimie- rung, der dreidimensionalen Sicht und der Vergrößerung ermöglichen hier eine genaueste Schnittführung sowie eine sehr kontrollierte Nahtvereinigung“, erklärt Dr. Kusche.  „So operierte Patienten sind sehr schnell nach der OP wieder auf den Beinen und in ihrem häuslichen Umfeld – lange Katheterableitungen oder Krankenhausaufenthalte sind eine Ausnahme.“ Gegenüber einer herkömmlichen Prostatektomie bietet eine Operation mit dem Da Vinci-System somit Vorteile und ist eine Weiterentwicklung der bei uns etablierten Laparoskopie. Insbesondere die Möglichkeit, auch diesen komplexen Eingriff nun computerunterstützt minimalinvasiv durchführen zu können, verkürzt die Genesungszeit der Patienten und das Risiko von Komplikationen.

Diesselben Vorteile ergeben sich ebenfalls für Operationen an den Nieren oder dem Beckenboden.