Da Vinci in der Gynäkologie

Neue Möglichkeiten in der Chirurgie

Bereits seit dreißig Jahren kommen minimalinvasive Operationstechniken in der Gynäkologie zum Einsatz. Dennoch beschränkt sich deren Anwendungsgebiet bis heute zum größten Teil auf das Standardspektrum frauenärztlicher Eingriffe.

Bei den meisten komplizierten Operationen müssen die Ärzte das oft mit starken Schmerzen und problematischen Folgeschäden verbundene Standardverfahren anwenden – den Bauchschnitt.

Die Frauenklinik im Prosper-Hospital gehört allerdings zu den wenigen Pionieren, die gynäkologische Operationen computergestützt durchführen können.

Die hochauflösende 3D-Darstellung und Instrumente mit hohen Freiheitsgraden ermöglichen den Ärzten eine direkte Augen-Hand-Koordination. Instrumente lassen sich auf diese Weise sehr präzise steuern, so dass auch komplexe gynäkologische Eingriffe minimalinvasiv durchgeführt werden können. So lassen sich umfangreiche Eingriffe, wie beispielsweise eine Entfernung der Gebärmutter und anliegender Lymphknoten bei Gebärmutterhalskrebs, wesentlich schonender durchführen. Bislang war eine solche Operation stets mit hohen Belastungen für die Patientinnen verbunden.  Die Nerven der Harnblase und der Scheide werden geschont, so dass die Blasenfunktion und die Sexualität erhalten bleiben und trotzdem die onkologische Sicherheit gewahrt wird. Neben anspruchsvollen Krebsoperationen soll das neue System vor allem bei Operationen eingesetzt werden, bei denen besondere chirurgische Präzision wichtig ist. Dazu zählen neben den großen Karzinomoperationen komplexe Beckenbodenrekonstruktionen sowie Eingriffe an den Eileitern zur Refertilisierung der Patientin.

Anmerkung:

Nachdem in den letzten Jahren immer häufiger die radikale Hysterektomie endoskopisch durchgeführt wurde, ist dies nach aktuellen Daten kritisch zu sehen. in der LACC-Studie wurde die offene versus eine endoskopische/robotische Wertheim/Meigs OP verglichen. Dabei zeigte sich DFS- und OS-Vorteil für abdomielle Operationen (DFS: 97% vs. 86%; OS: 99% vs. 96%) Über diese Daten soll eine Patientin aufgeklärt werden.