Dickdarmkrebs - Kolonkarzinom

Der Dickdarm gliedert sich in drei Abschnitte, Blinddarm (Caecum), Grimmdarm (Kolon), und Mastdarm (Rektum). Blinddarm und Grimmdarm bilden mit etwa einem Meter Länge den Hauptteil des Dickdarmes. Aufgabe von Blind- und Grimmdarm ist die Rückgewinnung des Wassers und der Salze aus dem nach der Dünndarmpassage verbliebenen Speisebrei.

Bösartige Neubildungen des Dickdarmes gehören in Deutschland zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen. Jedes Jahr werden 25-30 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner festgestellt.         

Die Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs sind vielfältig. Neben einer seltenen erblichen Form (Familiäre adenomatöse Polyposis) mit einem nahezu hundertprozentigen Erkrankungsrisiko für alle Nachkommen, ist in einigen Fällen eine familiäre Häufung zu beobachten. Weiterhin spielen Ernährungsgewohnheiten (rotes Fleisch, hoher Fettkonsum) eine Rolle.

Welche Untersuchungen sind notwendig?

Besteht der Verdacht auf eine bösartige Neubildung des Dickdarmes sollte zunächst eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) mit Entnahme von Gewebeproben durchgeführt werden. Diese sollte immer den gesamten Dickdarm einschließen, da in zwei bis drei Prozent der Fälle ein Zweitkarzinom vorliegt. Ist eine vollständige Dickdarmspiegelung nicht möglich, sollte ersatzweise eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel durchgeführt werden. Bei Nachweis eines bösartigen Tumors sind vor der Operation weitere Untersuchungen notwendig.

Hierzu gehören:

  • Eine Röntgenaufnahme der Lunge in zwei Ebenen, diese dient dem Ausschluss von Tochtergeschwülsten (Metastasen).
  • Ein Ultraschall des Bauchraumes zum Ausschluss von Metastasen in der Leber.
  • Eine Blutuntersuchung bei der unter anderem die sogenannten Tumormarker bestimmt werden. Dabei handelt es sich um Eiweißstoffe im Blut, die bei bösartigen Tumoren vermehrt gebildet werden. Tumormarker sind nicht in jedem Fall nachweisbar, erlangen jedoch in der Nachsorge der Tumorerkrankung ihre Bedeutung.
  • Eine Computertomografie des Bauchraumes ist nur bei unklaren Befunden notwendig.
  • Eine Kraftmessung des Schließmuskels.

Wie sieht die chirurgische Behandlung aus?

Nur durch eine chirurgische Entfernung des Tumors ist die Heilung von Dickdarmkrebs möglich.

In der Koloproktologischen Klinik des Prosper-Hospitals Recklinghausen werden in jedem Jahr mehr als 200 Dickdarmteilentfernungen bei bösartigen Tumoren durchgeführt. In der Vorbereitung auf die Operation ist die Reinigung des Darmes von besonderer Bedeutung. Bei unzureichender Darmreinigung kann es zu einer Keimbesiedelung des Bauchraumes mit möglicherweise lebensgefährlichen Folgen (Bauchfellentzündung) kommen.

Kolonkarzinom

Daher sollte die Ernährung bereits zwei Tage vor der Operation ausschließlich aus flüssiger Kost bestehen. Am Vortag der Operation erfolgt dann die Reinigung des Darmes mit Abführmitteln. Die Operation wird immer in Vollnarkose durchgeführt. Während der Operation erfolgt in der Regel eine Dickdarmspiegelung. Die Aussaat von Tumorzellen kann über die Lymph- oder Blutbahn erfolgen. Erste Absiedelungen befinden sich häufig in den Lymphknoten. Aus diesem Grunde besteht die chirurgische Behandlung einer bösartigen Dickdarmgeschwulst in der vollständigen Entfernung des befallenen Darmabschnitts und des entsprechenden Lymphabflussgebietes mit den dazugehörigen Lymphknoten. Die Grundsätze hierzu sind in den Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft zur Therapie des Kolonkarzinoms festgelegt. In der Regel wird die Operation über einen Bauchschnitt durchgeführt. Die Operationsmethode mit Hilfe der Bauchspiegelung (Laparoskopie/Minimal invasive Chirurgie) ist in besonderen Fällen möglich. Eine abschließende Beurteilung dieser Methode ist aufgrund fehlender Langzeitergebnisse noch nicht möglich. Die Wiederherstellung der Kontinuität des Darmes erfolgt wahlweise durch eine Hand- oder Maschinennaht. Noch in Narkose wird ein Zentraler Venenkatheter über eine große Halsvene angelegt. Über diesen können in den ersten Tagen nach der Operation Flüssigkeit, Nährstoffe und Medikamente gegeben werden. Der Kostaufbau beginnt in der Regel am 2. Tag nach der Operation mit kleinen Trinkmengen und wird dann schrittweise gesteigert. Die Dichtigkeit der Darmnaht wird am 10. Tag nach der Operation mit einer Röntgenuntersuchung überprüft. Im Anschluss an diese Untersuchung erfolgt die Entlassung oder gegebenenfalls der Beginn der Chemotherapie.

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Die weitere Behandlung richtet sich nach dem Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung des Pathologen. Dieser Befund gibt Auskunft über die Ausdehnung des Tumors in Hinblick auf die Wandschichten des Darmes und den Befall von Lymphknoten. Zusammen mit dem Wissen über das Vorliegen einer Fernmetastase, etwa in der Leber, ergibt sich ein sogenanntes Stadium der Tumorerkrankung. Im Stadium I und II gilt der Tumor als sicher vollständig entfernt, so dass eine weitere Therapie nicht erforderlich ist. Im Stadium III ist der Tumor zwar vollständig entfernt, da jedoch bereits Lymhknotenmetastasen bestanden, sollte eine Chemotherapie angeschlossen werden. Im Stadium IV besteht ein Resttumor dessen weitere Behandlung patientenorientiert geplant werden muss. Die weitere Rehahlitation nach der Operation kann in Form einer Anschlussheilbehandlung (AHB) durchgeführt werden. Die hierzu notwendigen Anträge werden über unseren Sozialdienst (Herr Koschewa) noch während des Krankenhausaufenthaltes gestellt. Die weitere Tumornachsorge sieht dann regelmäßige Untersuchungen vor.

Tumornachsorge

Untersuchung

Monate

6

12

18

24

36

48

60

Krankengeschichte,
körperliche Untersuchung,
Tumormarker

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Ultraschall des Bauches

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Röntgen der Lunge

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Dickdarmspiegelung

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Die Ergebnisse unserer Behandlung sind einer ständigen Überprüfung im Rahmen der Qualitätssicherung "Kolon/Rektum-Karzinome" am Institut für Qualitätssicherung in der operativen Medizin gGmbH Magdeburg unterworfen.

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Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/cho-kolk.htm
www.darmkrebs.de
www.netdoktor.de/krankheiten/fakta/dickdarm_mastdarmkrebs.htm www.medizinfo.de/gastro/darmkrebs.htm