Die Lasertherapie der gutartigen Prostatavergrößerung

Die Laserbehandlung der Prostata führen wir in der Regel mit einem Thulium-Laser der neuesten Generation durch (Vela XL, Boston Scientific). Es gibt in Deutschland nur wenige Zentren, die dieses vorteilhafte Verfahren mit dem o.g. Laser nahezu unabhängig von der Größe der Prostata anbieten können. Im Prosper-Hospital können aber insbesondere auch Patienten mit sehr großen Prostatadrüsen oder imperativ notwendiger Blutverdünnung von der Laserbehandlung profitieren.

Bei der Operation wird das innenliegende, von der Harnröhre aus zu erreichende Gewebe minimal-invasiv von der Prostatakapsel abgelöst und im Anschluss mit Hilfe eines Gewebezerkleinerers (Morcellator) asserviert, so dass eine vollständige feingewebliche (histopathologische) Untersuchung erfolgen kann. Der Operateur hat aufgrund der ausgezeichneten Koagulationseigenschaften des Lasers während des gesamten Eingriffs exzellente Sichtverhältnisse, so dass der für die Kontinenz verantwortliche äußere Schließmuskel geschont werden kann. Aufgrund der geringen punktuellen Eindringtiefe des Laser (ca. 250µm) und der für die Prostataenukleation optimalen Wellenlänge von 1,9µm werden die für die Erektion (außen auf der Prostata verlaufenden) verantwortlichen Nerven nicht verletzt. Nach Beendigung der Operation wird für einige Tage ein Katheter durch die Harnröhre eingelegt und die Blase gespült.

Bereits nach 2-4 Tagen kann der Patient das Krankenhaus ohne Katheter verlassen. In den ersten Wochen nach der Operation sollten aber regelmäßige Kontrollen beim niedergelassenen Urologen erfolgen, um später auftretenden Komplikationen (Blutungen, Infektion) vorzubeugen. Ebenso sollte anfangs auf schwere körperliche Belastung und das Fahrradfahren verzichtet werden.

Die Laserbehandlung der Prostata mit dem Thulium-Laser ist eine technisch sehr anspruchsvolle, aber hocheffiziente minimal-invasive Methode zur operativen Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung.

 

Prof. Dr. med. Edwin Herrmann

Kinan Al Mansur