Fusionsbiopsie zur Erkennung von Prostatakrebs

Als eins der ersten Krankenhäuser in Deutschland beschreitet das Prosper-Hospital neue Wege in der Diagnostik von Prostatakrebs. Mithilfe moderner Technik können verschiedene bildgebende Verfahren übereinander gelegt und somit die Früherkennung einer Krebserkrankung gesteigert werdem. „Mit dieser neuen Methode können wir punktgenau Gewebeproben entnehmen“, erklärt der Chefarzt der Urologie im Prosper-Hospital Dr. med. Dirk Kusche.

Prostatakrebs ist heute die häufigste Krebsart bei Männern. Für eine erfolgreiche Therapie ist eine möglichst frühe Diagnose enorm wichtig. Ein dauerhaft erhöhter PSA-Wert kann ein Hinweis auf eine bösartige Erkrankung sein. Bei den betroffenen Männern werden ultraschallgesteuerte Biopsien (Gewebeentnahmen) durchgeführt, die den Krebs bestätigen bzw. ausschließen sollen. In vielen Fällen werden allerdings, trotz weiterhin erhöhter PSA-Werte, keine Krebszellen gefunden. Dieses Phänomen sorgt bei den Betroffenen und auch bei den behandelnden Ärzten für Unsicherheit – weitere Biopsien werden notwendig.

Seit kurzer Zeit gibt es im Prosper-Hospital allerdings eine neue Methode, um gezielt in krebsverdächtigen Arealen Gewebeproben zu entnehmen und so für den Patienten und die anschließende Therapie mehr Sicherheit zu gewinnen. Hierzu werden die Patienten mit einer speziellen multiparametrischen Kernspinuntersuchung, einem MRT, untersucht.

Die daraus entstandenen Bilder nutzen der Radiologe und der behandelnde Urologe dann, um sie später mit Ultraschallbildern spezieller Sonografiegeräte übereinander zu legen, also zu fusionieren. „Bei der ultraschallgesteuerten Biopsie der Prostata ermöglicht das spezielle Sonografiegerät, dass mit jeder Bewegung des Ultraschallkopfes, sich auch das MRT-Bild im gleichen Winkel mitbewegt. So können wir als behandelnde Ärzte, die auf den MRT-Bildern zuvor markierten „verdächtigen“ Areale mit der Biopsienadel gezielt ansteuern und die Proben entnehmen“, erklärt Dr. Dirk Kusche. „Die Fusionsbiopsie ist zurzeit das modernste und genaueste Verfahren in der Prostatadiagnostik und stellt für unsere Patienten ohne Zweifel einen Gewinn an Sicherheit dar.“

Erweitert werden kann das Verfahren zusätzlich durch die so genannte Elastografie, bei der die meist verhärteten Krebsareale eingefärbt und daraufhin gezielt angesteuert werden können. Außerdem gibt es den kontrastmittelgesteuerten Ultraschall. Hierbei bekommt der Patient ein Kontrastmittel, was aus kleinen Gasbläschen (microbubbles) besteht. Diese Bläschen reichern sich besonders stark und schnell im Krebsgewebe an, wodurch eine noch gezieltere Probenentnahme möglich wird.

„Diese schonenden Verfahren haben eine hohe Treffsicherheit und ermöglichen es uns, selbst kleinste beziehungsweise komplizierte Tumore im Frühstadium zu erkennen. So können wir einen großen Teil dazu beitragen, dass unsere Patienten im Prosper-Hospital erfolgreich therapiert werden“, so Chefarzt Dr. Kusche.

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