Hörgeräte

Das Hören ist eine für den Menschen wichtige Sinneswahrnehmung. Durch unterschiedliche Umstände oder auch angeboren kann es zu einer bleibenden Hörminderung oder bleibenden Hörverlust kommen.  Dieses Funktionsdefizit kann mit einem Hörgerät verbessert werden. Um das richtige Hörgerät für die Hörstörung auszuwählen, muss zunächst abgeklärt werden, an welcher Stelle die Hörkette unterbrochen ist. Es werden grob zwei große Gruppen an Hörstörungen unterschieden. Bei der einen Gruppe ist die Übertragung des Schalles vom Gehörgang zum Trommelfell und anschließend über die Gehörknöchelchen zum Innenohr gestört (=Schallleitungsschwerhörigkeit). Bei der anderen Gruppe liegt die Störung im Innenohr (Schallempfindungsschwerhörigkeit). Nachfolgend stehen die häufigsten Hörgeräte mit ihrem Indikationsbereich:

·         Hinter-dem-Ohr-Geräte (s. Abb.): Diese sind die häufigsten verwendete Hörgeräte. Das Hörgerät wird hinter dem Ohr getragen und ist über einen schallübertragenden Schlauch mit einem Ohrpassstück verbunden. Einsatz bei leichten bis zu schwergradigen Schallempfindungsschwerhörigkeiten.

·         Im-Ohr-Geräte: Dieses Hörgerät wird komplett im Ohr getragen. Daher ist die Technik in einem kleinen Raum (dem Gehörgang) untergebracht und es kann z.B. schneller zu Rückkopplungen kommen. Daher ist es nur bei leicht- bis mittelgradigen Schwerhörigkeiten einzusetzen.

·         Knochenleitungshörgeräte: Diese werden bei Schallleitungsschwerhörigkeiten eingesetzt. Eine Möglichkeit besteht über einen Knochenleitungshörbügel, welcher auch an einer Brille befestigt werden kann. Auf teilimplantierbare Knochenleitgungshörgeräte wird in einem separaten Kapitel genauer eingegangen.

·         (Teil-) Implantierbare Hörgeräte: Diese Hörgeräte sind zumeist den schwergradigen Ausprägungen vorgehalten. Hierbei gibt es wiederum Hörgeräte, welche die Schallübertragung verbessern oder das Hören verstärken, bzw. eine Kombination aus beiden.

Die ausführliche Beratung, welches Hörgerät für den Patienten das richtige ist, erfolgt nach durchgeführter Diagnostik. Die Versorgung mit einem Hörgerät  erfordert immer  eine enge Zusammenarbeit zwischen HNO-Arzt und Hörgeräteakustikern, um den Nutzen für den Patienten und damit die regelmäßige Nutzung durch den Patienten zu erhöhen.