Kleine Instrumentenkunde

Um Ihnen einen kleinen Einblick in die Welt der Operationsinstrumente zu gewähren, möchten wir Ihnen hier einmal die Standart-Instrumente für konventionelle Eingriffe zeigen.

   

Instrumententisch für eine konventionelle Appendektomie (offen).

Hier die Instrumente mit Ihrer Funktion:

Skalpellgriff Nr.4

Das Skalpell wird hauptsächlich für den Hautschnitt einer Operation verwendet. In weiterer Folge wird vor allem mit dem Elektrokauter (Vorteile durch gleichzeitige Blutstillung) sowie stumpfen Präparationsinstrumenten (Schere, Pinzette, etc.) weitergearbeitet.

chirurgische Pinzette

ist eine Sonderform der Pinzette, bei der die Greifbacken ineinandergreifende Zähne besitzen. Der Vorteil dieser Konstruktion ist, dass erfasste Gewebeteile sehr gut fixiert sind und ein stärkerer Zug ausgeübt werden kann, ohne dass die Pinzette sehr fest zusammengedrückt werden muss, was eine Gewebsquetschung verhindert

Metzenbaumschere (Präparierschere)

eine Spezialschere mit sehr langem Griff und relativ kurzen Klingen. Dies ermöglicht auch Schnitte tief im Körper, ohne dass durch zu weit öffnende Scherenschenkel der Operateur beim Arbeiten behindert wird.

Cooper - Schere

eine kräftige Standardschere zur Durchtrennung von Operationshilfsmaterial (z.B. Drainageschläuche, Verbandmaterial) sowie Nahtmaterial. Die Scherenblätter sind leicht aufgebogen und stumpf-stumpf an der Brangenspitze.

anatomische Pinzette

ist eine Pinzette, deren Haltebacken durch Querrillen gekennzeichnet ist, sie eignen sich zum schonenden Erfassen leicht verletzlicher Strukturen, wie z.B. Blutgefäße oder Nerven.

Kornzange

dient als Tupferzange (Stieltupfer), um in der tiefe Flüssigkeiten aufzusaugen.

Overholtklemme

ist die Standard-Präparierklemme:

  1. Lockeres Gewebe wird durch Spreizen stumpf getrennt,
  2. Gefäße können unterfahren und von Adventitia befreit werden,
  3. Fäden (zwecks Ligatur), Gummizügel oder kleine Katheter können durchgezogen werden.
  4. Kleine Arterien, die ins OP-Areal bluten, können mit gleichem Instrument abgeklemmt und aufgrund der gebogenen Form leicht mit einer Ligatur auf den Gefäßstumpf versehen werden.

Péan - Klemme

Arterienklemme oder Fasszange, die schonend Gewebe fasst.

Kocher - Klemme

Sie wird vorwiegend dann eingesetzt, wenn Strukturen sicher gefasst und gehalten werden müssen, dabei aber komprimiert werden dürfen. Zu diesem Zweck hat die Kocher-Klemme geriffelte Backen (damit das gefasste Gewebe nicht aus der Klemme rutscht) und einen kleinen "Zahn" am Ende. Dieser verhindert das Abrutschen der Klemme auch dann, wenn nur wenig Substanz gefasst werden kann.

Nadelhalter sind Instrumente zum Fassen, Halten und Führen chirurgischer Nähnadeln bei der Naht.

Nadelhalter nach Hegar

wird zum Verschluß der Haut sowie zur Annaht von Drainage verwendet.

Nadelhalter nach Hegar-Mayo

mit sehr langem Griff und relativ kurzen Branchen. Dies ermöglicht auch Nähte tief im Körper, ohne dass durch zu weit öffnende Schenkel der Operateur beim Arbeiten behindert wird.

Elektrodengriff

dient zur schnellen und effizienten Blutstillung bei fehlender spontaner Blutgerinnung, sowie als Elektrotomie (Schneiden mit Hochfrequenz-Geräten) des Gewebes (statt Schneiden mit Skalpell)

Mikulicz – Klemme

ist eine gebogene, scharfe Klemme (ähnlich dem "Overholt"), die beim Verschließen des Abdomens (Bauchraumes) genutzt wird, um Peritoneum beziehungsweise Faszie anzuklemmen.

Appendixquetsche

hiermit wird der Wurmvortsatz (Appendix) gefaßt und vor der Quetsche abgesetzt

Roux – Haken

dienen zum schonenden Aufhalten des OP-Gebietes, durch die beiden runden Enden können sie praktischer Weise am OP-Kittel eingehangen werden