Hochautomatisierte Abläufe und menschliches Fachwissen - Einblicke in das Labor

Wer heute das Labor des Prosper-Hospitals betritt, hört es surren, klackern und rauschen. Mit hochautomatisierten Maschinen werden hier pro Jahr zwei Millionen Laboruntersuchungen, 3000 Blutgruppenbestimmungen und 13.000 Verträglichkeitsproben für Blutkonserven durchgeführt.

Die hohe Anzahl der Untersuchungen ist nicht verwunderlich, denn vor jeder Therapie steht eine gute Diagnose, das heißt: Blutabnehmen und die Laborergebnisse abwarten. Der Vorteil zu anderen diagnostischen Verfahren ist, dass eine einzige Entnahme genügt, um in Minuten bis Stunden eine umfangreiche Palette aussagefähiger Ergebnisse zu liefern. Über 150 verschiedene Parameter werden hier vor Ort bestimmt.

Die vorrangige Aufgabe des Zentrallabors ist es, dem klinisch tätigen Arzt bei Diagnose, Krankheitsüberwachung und Therapie durch zuverlässige und schnell verfügbare Laborbefunde zu unterstützen. So lassen sich durch Veränderungen des Blutes und anderer organspezifischer Körperflüssigkeiten Hinweise auf verschiedene Erkrankungen gewinnen.

Zur Krankheitserkennung liefert der Laborbefund neben der Anamnese und der klinischen Untersuchung des Patienten einen wichtigen, nicht selten den entscheidenden Beitrag. Durch umfangreiche EDV-Strukturen und deren Vernetzung im Hause stehen innerhalb kürzester Zeit alle Befunde den behandelnden Ärzten und Pflegekräften zur Verfügung. Die gesamte Analytik wird kontinuierlich durch interne und externe Qualitätskontrollen geprüft.

„Nur durch den Fortschritt der Automatisierung im Bereich der apparativen Ausstattung sowie der EDV können wir heute in deutlich kürzerer Zeit wesentlich mehr Laborproben analysieren als noch vor einigen Jahren“, erklärt Judith Ridder, Leitung des Zentrallabors im Prosper-Hospital. „Bevor es die EDV-Programme in unserem Haus gab, bekamen wir auf verschiedenfarbigen Zetteln die Anforderungen zu den jeweiligen Proben. Laborergebnisse wurden per Hand eingetragen, auf die Station zurückgeschickt, ausgeschnitten und in der Patientenakte eingeklebt. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“, sagt die Laborleitung mit einem Lächeln.

Der Eindruck, dass in einem modernen Labor kaum noch menschliches Wissen gefragt ist täuscht immens. Der Fokus der menschlichen Tätigkeit liegt heute in anspruchsvollen Bereichen wie Ergebnisvalidierung oder Spezialtestung. „Es ist enorm wichtig, dass wir sehr gut ausgebildete Fachleute haben, denn keine Geräte können den Menschen ersetzen.“

Die Mitarbeiterinnen des Zentrallabors stehen 365 Tage im Jahr für 24 Stunden am Tag bereit, die für die Versorgung unserer Patienten notwendigen Laboruntersuchungen schnell und zuverlässig zur Verfügung zu stellen.


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