Medikamente sicher einsetzen

Verschiedene Faktoren können gerade in einem reiferen Alter zu einem erhöhten Sturzrisiko führen (siehe Infokasten). Während viele Risiken im häuslichen Umfeld und in der persönlichen Lebensgestaltung liegen, blicken die Apotheker im Prosper-Hospital genauer auf ein spezielles Risiko: Die Wechselwirkungen von Medikamenten.

 

Nimmt ein Patient verschiedene Wirkstoffe gleichzeitig ein, können sich diese gegenseitig beeinflussen und zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen führen. Zu den vielfältigen „Nebenwirkungen“ können auch solche gehören, die das Sturzrisiko erhöhen: kognitive Defizite, Sehschwäche oder ein erhöhter Harndrang. Genau hier setzt das interprofessionelle Medikationsmanagement der Apotheke des Prosper-Hospitals an: In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten der Geriatrie wird durch gemeinsame Visiten die Medikation der Patienten erhoben, ausgewertet und unter Umständen angepasst. Keine leichte Aufgabe: Schließlich sind mehr als zehn unterschiedliche Medikamente keine Seltenheit. Ziel ist es, eine Medikation zu erreichen, die die Multimorbidität der Patienten adäquat therapiert und gleichzeitig die Zahl der verordneten Wirkstoffe so gering wie möglich hält.  

 

Die Teilnahme der Apothekerin an der Oberarztvisite schafft dabei die Möglichkeit, zusammen mit Arzt und Patient die Medikation und ihre möglichen Änderungen zu besprechen und Fragen des Patienten, zum Beispiel zum Sturzrisiko, direkt zu klären. Bei der Entlassung des Patienten wird die Medikationsumstellung in den Arztbrief übernommen und die Begründung der pharmazeutischen Intervention dargelegt.

 

Für dieses interprofessionelle Medikationsmanagement hat das Prosper-Hospital im Dezember 2013 den Gesundheitspreis Nordrhein-Westfalen erhalten (3. Preis).