Nebenerkrankungen spielen eine große Rolle

Nicht nur die optimale operative Versorgung ist wichtig

Die Gesellschaft wird immer älter – und somit wandeln sich auch die Krankheitsbilder mit denen sich die Medizin beschäftigen muss. Studien zeigen, dass 30% der über 65-jährigen mindestens einmal pro Jahr stürzen. Dieser Wert steigt mit zunehmendem Alter. 3% von ihnen schaffen es nicht innerhalb von 20 Minuten wieder aufzustehen. „Stürze im hohem Alter sind oft Grund für eine Einweisung ins Krankenhaus oder Pflegeheim und in 2% der Fälle führen sie sogar zum Tod“, erklärt der Chefarzt der Klinik für Geriatrie Dr. med. Klaus Siebert.

 

Im Bereich der Geriatrie hat sich das Prosper-Hospital über viele Jahre etabliert. Seit Oktober letzten Jahres arbeitet das Team von Dr. Siebert im Rahmen des  „Alterstraumatologischen Zentrums“ noch enger mit der Unfallchirurgie des Hauses zusammen. „Dr. Bettag und ich betreuen die Patienten gemeinsam von der Aufnahme bis zur Entlassung auf einer Station. Die Absprachen sind eng und jeder von uns schaut dabei über seinen Tellerrand“, erklärt Siebert. Ein alterstraumatologisches Screening von Menschen über 70 mit einem Knochenbruch gehört genauso in das Konzept wie gemeinsame Visiten und Teambesprechungen.

 

Der Grund für die enge Zusammenarbeit liegt auf der Hand: Betagte Menschen leiden häufig unter mehreren Erkrankungen (Herz-Kreislaufprobleme, Infektionen, Stoffwechselerkrankungen …) und nehmen verschiedene Medikamente ein. Wichtige Punkte, die im Fall eines Knochenbruchs von den Geriatern ins Auge gefasst werden. Außerdem klären sie die Sturzursache ab und ergreifen Maßnahmen, um Stürze in Zukunft zu vermeiden. Eine Maßnahme kann zum Beispiel das Absetzen eines Medikaments sein, was starke Nebenwirkungen bei den alterstraumatologischen Patienten ausgelöst hat und ein Grund für den Sturz gewesen sein könnte. Ebenfalls werden frühzeitig Rehabilitationsmaßnahmen im Rahmen einer geriatrischen  Komplextherapie eingeleitet.

 

Nur durch dieses Zusammenspiel der beiden Fachabteilungen können Komplikationen, wie zum Beispiel Lungenentzündungen, Thrombose, Delir, dauerhaft eingeschränkte Mobilität, Wundheilungsstörungen und aus diesen Punkten resultierend Pflegebedürftigkeit oder Sterblichkeit der Patienten, verringert werden.

 

Das gemeinsame Ziel des interdisziplinären Teams, bestehend aus Unfallchirurgie, Geriatrie, Physiotherapie, Ergotherapie, aktivierender Pflege und Sozialdienst, ist es, möglichst schnell die Selbstständigkeit der Patienten wiederherzustellen.