Röntgendiagnostik - Nutzen oder Risiko?

Röntgenuntersuchungen sind unverzichtbar bei der Diagnostik von zahlreichen Krankheiten und Verletzungen. Dennoch machen sich viele Patienten Gedanken über die Risiken der evtl. damit einhergehenden Strahlenbelastung. 

Als vor mehr als 100 Jahren der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen die „X-Strahlen“ entdeckte, die später als Röntgenstrahlen bekannt wurden, ahnte noch niemand, welche zentrale Bedeutung die Röntgendiagnostik in der Medizin bekommen sollte. Heutzutage ist die medizinische Diagnostik ohne Anwendung von Röntgenstrahlen einschließlich der Spezialmethoden Computertomographie, Angiographie etc undenkbar. Auch zur Planung und Steuerung zahlreicher medizinischer Behandlungen ist die Anwendung von Röntgenstrahlen unverzichtbar. 

Bald nach ihrer Entdeckung wurden aber mit den anfänglich erforderlichen, relativ hohen Strahlendosen auch nachteilige Effekte der Röntgenstrahlung bekannt.

Dabei handelt es sich im Dosisbereich der Röntgendiagnostik vorwiegend um die Begünstigung der Entstehung von Krebserkrankungen, Veränderungen des Erbgutes und Entwicklungsstörungen des Neugeborenen im Mutterleib. 

Natürliche Strahlenexposition und Röntgendiagnostik 

Da in der Bundesrepublik mehr als 100 Mio. Röntgenuntersuchungen im Jahr durchgeführt werden, ist die Frage nach den Risiken der Röntgenstrahlung berechtigt. Zu berücksichtigen ist dabei, dass vergleichbare radioaktive Strahlung zunächst ein natürliches Phänomen ist. Durch natürliche Strahlenquellen (kosmische Strahlen, terrestrische Strahlung und Radongas sowie seine Zerfallsprodukte) unterliegt jeder Mensch einer natürlichen Strahlenexposition.  

Interessant ist der Vergleich der natürlichen Strahlenexposition mit den Dosiswerten der modernen Röntgendiagnostik: Die meisten röntgendiagnostischen Maßnahmen, insbesondere konventionelle Röntgenaufnahmen der Knochen oder der Lunge, erreichen Dosiswerte, die weit unterhalb der Dimensionen der natürlichen jährlichen Strahlenexposition liegen. In der Größenordnung eines Jahres, teilweise auch mehrerer Jahre der natürlichen Strahlenexposition liegen computertomographische Untersuchungen und angiographische oder interventionelle Eingriffe. Aber auch bei der Computertomographie etc. wird das Risiko der einzelnen Maßnahme gering eingeschätzt, zumal der medizinische Nutzen bei der Erkennung eventuell lebensgefährlicher Unfallschäden oder Erkrankungen weit überwiegt. 

Strahlenschutz 

Um dabei die Strahlenbelastung für den einzelnen Patienten so minimal wie möglich zu halten, sind alle Ärzte, die Röntgenuntersuchungen anfordern und durchführen, gehalten, alle Möglichkeiten der Verringerung der Strahlenbelastung auszuschöpfen – und solche Untersuchungen nur nach Prüfung der  „rechtfertigenden Indikation“ durchzuführen. 

Was kann ich als Patient tun?

 

Auch Sie als Patientin oder Patient können dazu beitragen, den Strahlenschutz zu optimieren: So ist es sinnvoll einen Röntgenpass, wie ihn die gesetzlichen Vorschriften vorsehen, zu führen, in dem alle durchgeführten Röntgenuntersuchungen eingetragen sind. Dies hilft dem Arzt bei der Planung eventuell erforderlicher Untersuchungen und trägt dazu bei, unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden.