"Schnittstelle zwischen alt und neu"

Gut zwei Jahrzehnte ist Dieter Helleberg der Technische Leiter im Prosper-Hospital. Damit verantwortet er mit seinem Team insbesondere die Instandhaltung des Gebäudes und der gesamten Technik. Wir sprachen mit ihm über die laufenden Bauprojekte.

Herr Helleberg, im gesamten Haus spürt man, dass sich baulich viel verändert. Ist das für Sie als technischer Leiter ein normaler Zustand oder doch eher ein Kraftakt?

Bis Ende 2016 werden wir in die Bauprojekte rund um die Zentrale Notaufnahme und den Intensivbereich über 17 Millionen Euro investieren. Alleine diese Summe macht die Größenordnung deutlich. Sie ist dann auch die höchste Projektsumme, die ich in meiner gut 20-jährigen Zugehörigkeit zum Haus zu verantworten hatte. Das können natürlich ich oder mein Team nicht alleine stemmen. Ich kann mich auf einen Stab von gut 15 Personen verlassen, mit denen wir das Projekt steuern. Dieser besteht aus internen und externen Architekten, Ingenieuren, Bauexperten und so weiter. Mit denen stimmen wir uns regelmäßig in Bausitzungen und Ortsterminen ab. Zudem haben wir im Schnitt rund 25 bis 30 Arbeiter auf der Baustelle.

Wie würden Sie dabei Ihre Rolle beschreiben?

Jetzt, wo die eigentlichen Arbeiten tatsächlich laufen, bin ich insbesondere die Schnittstelle zwischen der alten und der neuen Bausubstanz. Wie wohl kein anderer hier im Hause kenne ich die Besonderheiten und bisweilen „Schrulligkeiten“ der 35 Jahre alten Bausubstanz.

… sicherlich eine ganz eigene Herausforderung …

Ja, denn als das Haus 1980 bezogen wurde, hat man nach dem damaligen „Gold- Standard“ gebaut. Heute gibt es andere Anforderungen an Technik und Gebäude. Neben dem Offensichtlichen – wie zum Beispiel der Gestaltung der Innenausstattung, der Aufteilung der Räume oder der Geräteausstattung – gilt das auch für die Infrastruktur. Hier bringen wir die betroffenen Bereiche und zum Teil das ganze Haus auf einen neuen Stand. Ein Beispiel: Wir werden die Elektrotechnik in wesentlichen Teilen erneuern. So werden wir einen neuen Notstromdiesel installieren und drei Trafos mit jeweils 630 Kilovoltampere. Zur Einordung: das entspricht rund 126 mal der Leistung, die man für Einfamilienhäuser einplant! Statt bisher im Wirtschaftshof werden diese Einheiten im Bereich der Liegendanfahrt sein.

Nun ist ein Krankenhaus und im speziellen das Prosper-Hospital mit seiner Lage und Größe nicht irgendein Ort. Was gilt es zu beachten, wenn hier ein solch großes Projekt realisiert werden muss?

Wir versuchen beispielsweise, die Unannehmlichkeiten für Patienten, Besucher, Mitarbeiter und Nachbarn so gering wie möglich zu halten. So werden die Bauarbeiten werktäglich in der Regel zwischen 17 und 18 Uhr eingestellt. Auch Arbeiten am Wochenende versuchen wir auf ein Minimum zu reduzieren. Aber: Entkernungs- oder Installationsarbeiten können nicht geräuschlos erfolgen – da ist schweres Gerät bisweilen notwendig. Hier suchen wir möglichst einen Mittelweg.

Bringt Sie noch was aus der Ruhe?

Inzwischen nicht mehr. Wirklich anstrengend waren die Monate vor dem eigentlichen Baubeginn. Da musste im laufenden Betrieb die Modulanlage im Eingangsbereich aufgebaut, Umzüge organisiert und eine parallele Infrastruktur geschaffen werden.

Vielen Dank!