„Viele wissen gar nicht, dass es uns überhaupt gibt“

Dieter Helleberg und sein Team sind für Instandhaltung des Gebäudes und der gesamten Technik zuständig

„DIN 1946-4 gibt die Normen für ‚Raumlufttechnik im Gesundheitswesen‘ vor, hier ist eine richtige und sichere Raumbelüftung zum Beispiel im OP festgeschrieben. DIN VDE 0107 beinhaltet Vorschriften zum Betrieb von Starkstromanlagen in Krankenhäusern und DIN VDE 0834 ist die Norm für den Betrieb von Rufanlagen in Krankenhäusern.“ Das sind nur drei von unzähligen DIN-Normen und Vorschriften, die Dieter Helleberg ohne zu zögern runterrattern kann. Er ist der technische Leiter im Prosper-Hospital und kümmert sich um die technische und die Gebäude-Sicherheit und damit auch um die Sicherheit der Patienten. Er und sein Team sorgen zum Beispiel dafür, dass die Kältemaschine und die medizinischen Geräte während einer Operation richtig funktionieren und dass die Patienten störungsfrei ihre Notklingel am Bett bedienen können.

„Mein Bereich betrifft fast alle Einsatzbereiche des Prosper-Hospitals. Deswegen kenne ich das Haus mittlerweile so gut, als hätte ich es selbst gebaut“, sagt der 58-jährige. Jeder Winkel und jede technische Anlage sind in 19 Prosper-Jahren schon durch seine Prüfung gegangen. „Elektronik, Heizung und Sanitär, sowie Aufzüge und Kesselanlagen werden regelmäßig zur Sicherheit unserer Patienten überprüft. Außerdem muss die Trinkwasserverordnung eingehalten, rund 3000 medizinische Geräte regelmäßig überprüft und die Blitzableiter gewartet werden. Ohne unsere Blitzanlage zum Beispiel hätte es bei einem Unwetter im letzten Juni einen ziemlich großen Knall gegeben“, erzählt Helleberg. Damals waren mehrere Blitze in das Haus eingeschlagen.

Eine weitere wichtige technische Sicherheitsmaßnahme ist die elektronische Schließanlage des Prosper-Hospitals. „Mittlerweile gibt es im Haus rund 400 Schlösser, die programmiert werden können, genau wie die dazugehörigen Schlüssel. Mit unserem System können wir einstellen, wer die Zugangsberechtigung für welchen Raum hat. Außerdem können wir theoretisch sehen, wer wann welchen Raum betreten hat“, so der technische Leiter. Diese Information wird genutzt, wenn es zum Beispiel einen Diebstahl gegeben hat. Einen weiteren systembedingten Vorteil gibt es, falls ein Schlüssel verloren geht. Der kann umgehend gesperrt werden, so dass er nicht mehr missbraucht werden kann.

Um die Sicherheit der Patienten im Prosper-Hospital zusätzlich zu stärken, wurden an manchen Stellen im Haus Kameras installiert. Hierzu zählen beispielsweise die Kassenautomaten, um den Missbrauch gestohlener Karten zu vermeiden und die Zentralambulanz. „Zur späteren Stunde tauchen dort manchmal alkoholisierte Personen auf, die teilweise aggressives Potential haben“, erklärt Dieter Helleberg.

Für technische Sicherheit im OP sorgt der Notstromdiesel, der bei einem Stromausfall innerhalb weniger Sekunden anspringt und das Haus 24 Stunden versorgen kann. Der Tank beinhaltet rund 8000 Liter. „Zusätzlich gibt es batteriebetriebene OP Lampen, die für 3 Stunden Licht geben müssen.“ Einmal im Jahr wird bei einem Probelauf ein Netzausfall simuliert, um zu testen, ob der Notstrombetrieb reibungslos funktioniert. 

Dieter Helleberg wird es so schnell nicht langweilig – eine vollständige Auflistung seines Tätigkeitsfeldes scheint unmöglich zu sein. „Schade  nur, dass kaum jemand von außerhalb  weiß, dass es unseren Fachbereich überhaupt gibt und wie sehr wir mit unserer Arbeit einen angenehmen und sicheren Klinikaufenthalt mitbeeinflussen können“, sagt er.