Das Grabfeld und der Grabstein für stillgeborene Kinder am Nordfriedhof

 

Unser  Grabfeld  befindet sich  auf dem Nordfriedhof an der Franz-Bracht-Str.159  in 45657 Recklinghausen.

 

Die  Zusammenarbeit  der  Frauenkliniken des  Knappschaftskrankenhauses  und Prosper-Hospitales mit  der Stadt Recklinghausen, die ehrenamtliche Unterstützung des Bestatttungshauses Konert und das Engagement unserer Ordensschwester Bartholomäa Grewe ermöglichte  im Jahre 2003 die Erstellung  dieses würdigen Ortes.  Mit der Schließung der Geburtshilfe am Knappschaftskrankenhaus 20011 erfolgt die Pflege des Grabfeldes  nun alleinig  durch das Prosper-Hospital.   Sie finden den Weg dorthin, wenn Sie vom Torbogen des Haupteingangs  dem rechten Hauptweg immer in nördlicher Richtung folgen, um das Kriegsgräberfeld herum, links vorbei an den Grabstellen für Priester (großes Steinkreuz) und für die Ordensschwestern. Etwa 50 Meter weiter erreichen Sie dann das Grabfeld.

 

Auf dem Grabfeld steht ein Gedenkstein, ein Basaltkegel aus einem Steinbruch in der Türkei, der diesem Ort der Trauer einen augenfälligen Mittelpunkt gibt. Er ist im Wesentlichen unbehandelt, nur eine Seite im oberen Drittel ist bildhauerisch gestaltet. Als Basaltstein ist er im Kern schwarz; größere Außenflächen sind durch Eisenablagerungen in unterschiedlichen Brauntönen gefärbt.

 

In seiner natürlichen Schönheit wirkt der Stein außerordentlich lebendig. So symbolisiert er die Hoffnung, die wir für die an diesem Ort begrabenen Menschen haben: Sie, deren irdisches Leben schon zu Ende war, ehe es richtig begonnen hatte, gehen unverlierbarem Leben entgegen.

 

Die bildhauerische Darstellung wirkt durch ihre Schlichtheit. Sie erschließt sich dem Betrachter allerdings erst dann in ihrer Bedeutungstiefe, wenn er sie 'umgeht': Zu sehen ist eine sich öffnende (geöffnete) Tür, die den Blick auf eine blaugoldene Kreisfigur vor nachtblauem Hintergrund freigibt.

 

Diese Darstellung lässt eine Vielzahl von Deutungsmöglichkeiten zu. In Hinblick auf diese kleinen Menschenleben  auf diesem Grabfeld mag man dieses Bild als symbolhaften Ausdruck von Hoffnung sehen, - der Hoffnung, dass sich diese Leben, die hier nicht zur Entfaltung kommen konnten, nun nach ihrem Tod in der Weite und Freiheit des grenzenlosen Gottes vollenden werden.

 

Grundsätzlich lädt der Stein dazu ein, die Tür als eine für alle menschlichen Wesen geöffnete 'Tür zum Leben' zu verstehen. Ob dem Betrachter (d.h. dem Zurückgebliebenen) sich dieses Hoffnungspotential in seiner vollen Kraft erschließt, das hängt vom jeweiligen Standpunkt und von der Bereitschaft ab, sich 'auf den Weg zu machen'. Denn in der Bewegung verändert sich die Perspektive, so wie sich beim Um-Gehen des Steines der Öffnungsgrad der Tür verändert.