Prof. Dr. med. Peter Johannes Kulka ist Chefarzt der Abteilung für Anästhesie. Er kümmert sich zum Beispiel darum, dass alle Patienten eine optimale Narkose bekommen. Er antwortet:

Das ist eine schwierige Frage, denn – ehrlich gesagt – weiß das niemand so genau. Man weiß, dass bestimmte Medikamente Menschen in Narkose versetzen und diese Medikamente wirken im Gehirn. Wie sie das genau machen, weiß man allerdings nicht, obwohl schon viele Menschen versucht haben, das herauszufinden. Auch was eine Narkose überhaupt ist, ist schwer zu beantworten. Einiges erinnert an den Nachtschlaf: man hat geschlossene Augen, liegt ganz ruhig und entspannt auf einer Liege und manche Menschen träumen sogar. Es gibt aber auch große Unterschiede: Egal wie laut es ist – nichts kann den Patienten wecken.

 

Patienten im Krankenhaus in Narkose zu versetzen, ist relativ einfach. Kinder bekommen schon auf der Bettenstation einen Saft zu trinken, der sehr müde macht. Eine Krankenschwester, die Eltern und das Kuscheltier bringen die kleinen Patienten dann in den Operationssaal, wo sie von den Narkoseärzten und -schwestern erwartet werden. Die Menschen im OP sehen alle etwas merkwürdig aus. Sie tragen grüne Kittel, haben eine Mütze auf dem Kopf und einen Mundschutz vor dem Mund. Das machen sie, damit keine Bakterien oder Haare in deine Wunde kommen.Wer schon einmal Düsenjägerpiloten gesehen hat, erinnert sich vielleicht, dass diese oft Masken auf dem Gesicht tragen, aus denen Sauerstoff kommt. Solche Masken gibt es im OP auch. Um einzuschlafen muss sich das Kind eine solche Maske auf das Gesicht setzen und drei bis viermal tief einatmen und schon schläft es. Im OP kommt nämlich aus dieser Maske nicht nur Sauerstoff, sondern zusätzlich eines der Medikamente, die eine Narkose erzeugen. Über die Lunge gelangen diese Medikamente ins Blut und erreichen so das Gehirn.