Hernien-Chirurgie



Leistenbruch verursacht selten Schmerzen

 


Menschen mit einem Leistenbruch haben selten oder nie Schmerzen. Akute Einklemmungen werden beobachtet und in deren Folge resultieren oft andere Bauchoperationen, z. T. auch mit Darmresektionen.


Alle derzeit verwendeten technischen Verfahren haben ein fast gleiches gutes Ergebnis.


Hierzu gehören die Operation nach Shouldice, die Implantation von Kunststoffnetzen, sowohl offen als auch laparoskopisch.


Die gleich guten Ergebnisse beziehen sich ebenso auf den unmittelbaren


postoperativen Verlauf beim Komfort hinsichtlich der Möglichkeit der Wiederaufnahme normaler täglicher Aktivitäten sowie der Rezidivrate im Langzeitverlauf.


Die Unterschiede für diese Kriterien sind statistisch errechenbar gering und klinisch relevant. Neben dem Leistenbruch gibt es die sogenannte „Sportlerleiste“. Hier dominiert der Schmerz, sie ist nur selten mit einem Leistenbruch vergesellschaftet.


Die Dauer des Klinikaufenthaltes ist kein Zielkriterium für die Wahl des Verfahrens. Netzimplantate sind günstig gegen das Auftreten von Rezidivbrüchen. In der am weitesten verbreiteten Technik, der Shouldice-Technik, wird der Bruchsack abgetragen und die „ausgelatschte“ Bauchwandfaszie mit einer Spezialnaht verstärkt. Anschließend werden noch die schrägen Bauchmuskeln an der Leistenwand fixiert und damit die Hinterwand des Leistenkanals verstärkt.


Die Techniken mit der Implantation eines Netzes (offene Technik nach Lichtenstein und Rutkow) verstärken das bruchgefährdete Gewebe durch Einlage eines Kunststoffnetzes. 


Diese Anwendung kommt auch bei den beiden minimalinvasiven Verfahren zum Tragen. Die eine Methode setzt bei reiner Präparation in der Bauchdecke das Netz vor die Bruchlücke (TEP).


Bei dem anderen minimalinvasiven Verfahren wird das Netz durch die Bauchhöhle vor die Bruchlücke platziert (TAP).


Ca. 50% aller Leistenbrücke werden in Deutschland z. Zt. nach dem Verfahren von Shouldice durchgeführt. Aufgrund der möglichen Komplikation eines Leistenbruches sollte jede diagnostizierte Hernie operiert werden. Ein Bruchband ist heute obsolet. Doppelseitige Brüche werden in der Regel gleichzeitig operiert.


Die Narkoseform ist in der Regel die sog. Allgemeinnarkose. 


 


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