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11.05.2017 10:58 Alter: 46 days
Kategorie: Prosper

HNO: „Wir alle wollen doch Normalität“

Dr. med. Ralph Magritz unterstützt Hilfsprojekt in Ecuador


Erst im August half Ralph Magritz in einem Projekt in Palästina, nun ist er gerade aus Ecuador zurück, wo er mit der Hilfsorganisation „HUGS foundation, Inc. – Help us give smiles“ vor allem Ohrmuschelrekonstruktionen bei Kindern vorgenommen hat. Begleitet wurde er von Anästhesieschwester Agnes Nowak, die in Ecuador ihren ersten humanitären Einsatz hatte.

 

„Für die Menschen dort war auch dieses Projekt wieder ein Riesengeschenk“, resümiert der 46-jährige leitende Oberarzt der HNO im Prosper-Hospital. Und der Bedarf bei der indigenen Bevölkerung in Quito, der auf knapp 3000 Metern gelegenen Hauptstadt Ecuadors, war groß. Insgesamt 60 fehlgebildete oder nach einem Unfall entstellte Kinder operierten er und das Expertenteam aus der ganzen Welt in knapp einer Woche: „Unser Programm war von acht Uhr morgens bis abends um halb 10 straff durch getaktet. Dabei waren immer zwei Patienten gleichzeitig im OP. Trotzdem wurde jeder Eingriff mit Leidenschaft durchgeführt.“ Dies ist bei den hochkomplexen Operationen, die im Schnitt sechs Stunden dauern, auch nötig. Aus Rippenknorpel formt Magritz das Ohrgerüst und setzt es dann an der entsprechenden Stelle an. Falls nötig wird noch Kopfhaut verpflanzt und für das neue Ohr genutzt.

 

Bei diesem Einsatz investierte Dr. Magritz nicht nur seine Zeit, sondern auch Spendengelder, die er ursprünglich mal für einen Patienten in Vietnam gesammelt hatte. „Das Projekt ist damals aus organisatorischen Gründen gescheitert. Deswegen bin ich froh, dass die Spenden dort jetzt wirklich gut angelegt sind.“ Mit den rund 1500 Euro, Geld was im deutschen Gesundheitssystem nicht viel bedeutet, konnte dort viel bewegt werden. „Wir leben hier in Deutschland, vor allem auch was die medizinische Versorgung angeht, wirklich in einer Luxusblase. Wir können uns kaum vorstellen, dass die Menschen dort nur selten krankenversichert sind und auf solche Hilfseinsätze angewiesen sind.“

 

Auch wenn eine Ohrrekonstruktion nicht überlebenswichtig ist, bringt sie den Betroffenen wieder ein Stück Normalität und vor allem auch Identität zurück. Nicht nur deswegen kommt Ralph Magritz zufrieden aus solchen Projekten nach Deutschland zurück. „Ich habe die Möglichkeit andere Länder und Menschen kennen zu lernen und habe gleichzeitig ein gutes Gefühl dabei, weil ich den Kindern vor Ort eine neue Chance geben kann.“ Schon im Sommer möchte Magritz noch einmal nach Palästina und im September steht das nächste Projekt in Guatemala an. Viele Urlaubstage für Ferien mit seinen beiden Töchtern bleiben also nicht mehr übrig. „Aber wir fliegen vielleicht nochmal ans Mittelmeer“, schmunzelt der HNOler. Denn er weiß, seine Hilfsprojekte zahlen sich ganz anders aus: „Am letzten Tag in Quito haben die Kinder und Familien für uns ein Abschiedsfest mit kleinen Vorführungen und Gastgeschenken organisiert und sich für unsere Hilfe bedankt. Diese ehrliche Dankbarkeit lässt sich mit Geld nicht aufwiegen.“